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Dirk Eberle koordiniert Radwegplanung auf alter Bahnstrecke: „Alle profitieren“

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Von: Jens Wieters

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Für Bothels Santgemeindebürgermeister Dirk Eberle ist der Bau auf der Ex-Bahnstrecke kein großes Problem.
Für Bothels Santgemeindebürgermeister Dirk Eberle ist der Bau auf der Ex-Bahnstrecke kein großes Problem. © Wieters

Bothel - Von Jens Wieters. „Wir trennen rigoros den Rad- vom Autoverkehr, ersparen Pendlern damit nervige Staus in der Rotenburger Innenstadt und schützen obendrein das Klima!“ Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus, wenn er an das ehrgeizige Ziel denkt, auf der ehemaligen Bahnlinie von Brockel nach Rotenburg einen rund 7,5 Kilometer langen und 2,5 Meter breiten Radweg sowie ein paar spezielle Extras wie einen Pendlerparkplatz und eine E-Bike-Verleihstation zu bauen.

Bis dahin fließt zwar noch viel Wasser die Wiedau und die Wümme herunter, aber alle beteiligten Kommunen haben sich bereits auf einen Wunschtermin festgelegt. „Ideal wäre ein Baubeginn 2020“, sagt Eberle, der die umfangreichen Vorplanungen für die beteiligten Gemeinden Brockel, Hemsbünde und Rotenburg koordiniert.

Die Radwegidee als solche ist nicht ganz neu, denn schon vor Jahren hatten sich findige Kommunalpolitiker mit einem Bau beschäftigt. Allerdings scheiterten die Planungen am fehlenden Geld. Das könnte sich jetzt ändern. „Der Bund hat ein Förderprogramm aufgelegt, mit dem bis zu 70 Prozent der Baukosten abgedeckt werden können“, informiert Eberle. „Sonst könnten die kleineren Gemeinden solch eine Maßnahme finanziell gar nicht wuppen.“

Jetzt wurde das Ingenieurbüro IDN aus Oyten mit den Vorplanungen beauftragt, um eine geeignete Bewerbungsmappe vorzubereiten, die bei den Entscheidern des Förderprogramms mächtig Eindruck machen soll. Bei dieser Auftragsvergabe ist auch die EU mit dem Programm Leader Hohe Heide mit im Boot, die einen Teil der Ingenieursleistungen übernimmt. „Dabei ermittelt IDN dann auch die genauen Kosten des Radwegs“, so Eberle, der aus mehreren Gründen keine großen Hindernisse bei der Umsetzung der Maßnahme sieht. „Wir haben quasi einen fertigen Unterbau für den Radweg durch das ehemalige Gleisbett und müssten eigentlich nur noch eine Asphaltdecke aufbringen.“

Außerdem würden langwierige Verhandlungen mit Grundstückseigentümern entfallen, da die betroffenen Flächen alle den beteiligten Gemeinden gehören. Während die Räte in Brockel und Hemsbünde für den Radweg bereits den Daumen nach oben gereckt haben, wird Eberle dem Rotenburger Straßen- und Tiefbauausschuss am Mittwoch, 24. April, die Planungen vorstellen. Aber auch von dort ist grünes Licht zu erwarten, denn Bürgermeister Andreas Weber (SPD) hatte bereits angekündigt, dass das „Netz an Radwegen“ ausgebaut werden müsse.

Auf der Karte ist der schnurgerade Verlauf des Radwegs von Brockel nach Rotenburg zu sehen. Fotos: Wieters
Auf der Karte ist der schnurgerade Verlauf des Radwegs von Brockel nach Rotenburg zu sehen. © Wieters

Von einem Radschnellweg auf der teilweise schnurgeraden ehemaligen Bahnstrecke könnten besonders Pendler profitieren, glaubt Eberle. „Denn wir planen direkt an der Bundesstraße in Höhe der Hemsbünder Firma HBI einen Parkplatz, wo Leute ihre Autos abstellen und dann per Fahrrad blitzschnell den Rotenburger Bahnhof erreichen.“ So würden sie sich elf Ampeln ersparen, die laut Eberle besonders zu den Stoßzeiten frühmorgens und am Abend „richtig nerven“ können.

Der Clou des Pendlerparkplatzes: „Wir stellen uns dort Ladestationen für Elektrofahrräder vor und vielleicht auch verschließbare Abstellboxen.“ Somit dürfte ein weiterer Anreiz geschaffen sein, dass Pendler vor allem aus Soltau, Schneverdingen und den östlichen Gemeinden des Landkreises problemlos von vier auf zwei Rädern wechseln. „In Rotenburg gibt es dann einen guten Anschluss an den schienengebundenen Nahverkehr, sodass wir mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen“, betont der Samtgemeindebürgermeister.

Und es gibt noch einen weiteren positiven Effekt dieses Radwegs: „Denn von Brockel aus erreicht man direkt den wunderschönen Hohe-Heide-Radwanderweg, der bis nach Wittorf führt, von wo man zunächst Visselhövede erreichen kann und dann im Heidekreis bis zur Lüneburger Heide gelangt. Andersrum geht es natürlich auch.“

Es verstehe sich von selbst, dass vor einem Baubeginn alle naturschutzfachlichen Belange geprüft würden. „Sicherlich werden wir einige Ausgleichsmaßnahmen schaffen und vielleicht auch ein paar Kurven einbauen müssen, aber am Ende profitieren wir alle von solch einem Radweg“, unterstreicht Eberle.

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