Amerikanerin Mariah Prescott unterrichtet für zehn Monate an der Botheler Wiedau-Schule

Akademische Leistung und kultureller Austausch

Mariah Prescott (24) weiß aufgrund ihres Aufenthaltes an der Wiedau-Schule, dass sie Lehrerin werden möchte. - Fotos: Ginter

Bothel - Von Jessica Ginter. „Good morning, boys and girls!“ – „Good morning, Miss Prescott!“ Das ist Routine seitdem Amerikanerin Mariah Prescott an der Wiedau-Schule Bothel im Einsatz ist. Seit Anfang September wird die 24-Jährige als Fremdsprachassistentin für das Fach Englisch in allen Jahrgängen der Oberschule eingesetzt.

Fremdsprachassistentin Mariah Prescott und Fachbreichsleiterin für Sprachen Susanne Schmidt arbeiten gerne im Team.

Erfahrungen in Norddeutschland hat die Amerikanerin bereits vor drei Jahren sammeln können. 2012 kam sie während ihres Germanistik-Studiums für zwei Semester an die Uni Hamburg und absolvierte dort ihr Austauschjahr. Mithilfe des Stipendienprogramms Fulbright, welches sich weltweit auf den akademischen Austausch in die und aus den USA bezieht, gelang es Prescott die Stelle in Bothel zu ergattern. Gleichzeitig bewarb sich die Wiedau-Schule über den Pädagogischen Austauschdienst in Deutschland, der mit dem Programm kooperiert, um eben eine solche Sprachassistentin, erklärt Susanne Schmidt, Lehrerin und Fachbereichsleiterin für Sprachen. „Für uns ist es ein großes Glück und auch eine Ehre, dass Mariah uns zugeordnet wurde“, sagt sie.

Rund ein Jahr lang dauerte das anspruchsvolle und umfangreiche Auswahlverfahren. „Ich bin eine von 1400 Ausgewählten aus den gesamten USA“, erinnert sich Prescott. 140 der englischsprachigen Fremdsprachassistenten wurden nach Deutschland geschickt. Aussuchen konnte sich Prescott den genauen Standort nicht, äußerte jedoch aufgrund ihrer einjährigen Erfahrung in Hamburg den Wunsch, nach Norddeutschland zu kommen.

Seit Anfang September begleitet die 24-Jährige alle Fremdsprachenlehrer der Oberschule und vermittelt den Schülern beispielsweise die Unterschiede der Aussprache zwischen britischem und amerikanischem Englisch. Zudem führt sie Grammatik- sowie Sprachübungen mit den Jugendlichen durch.

„Anfangs waren die Schüler sehr schüchtern“, lacht Prescott und erinnert sich an ihre anfänglichen Versuche in der deutschen Sprache. „Ich habe ihnen dann gesagt, dass sie einfach offen sprechen und keine Angst haben sollen, Fehler zu machen.“ Mittlerweile würden die Wiedau-Schüler großes Interesse zeigen und sich auch für Prescotts Leben in Amerika und die Unterschiede zu Schulen in den Vereinigten Staaten interessieren. „Manchmal erzähle ich ihnen vom Schulsystem und Feiertagen wie Halloween.“ Und das sei auch gut so, ergänzt Schmidt.

Denn: Anders als bei anderen Stipendien sei das Ziel des Fulbright-Programms nicht nur die Förderung akademischer Leistungen, sondern auch die des kulturellen Austauschs.

Deutsch beherrscht Prescott so gut, weil sie in ihrer Heimat Boston, Massachusetts, eine Waldorfschule besuchte und seit ihrem achten Lebensjahr die Sprache erlernt.

Während ihres zehnmonatigen Deutschlandaufenthaltes lebt die Sprachassistentin bei ihrer Kollegin und für Prescott auch „meiner Gastmutter und Betreuungslehrerin“ Claudia Ahmetaj in Walsrode, die an der Oberschule ebenfalls Englisch unterrichtet. „Ich bin ihr sehr dankbar dafür“, sagt die 24-Jährige mit einem Lächeln. Denn, dass Sprachassistenten bei einer Gastfamilie unterkommen, sei alles andere als gewöhnlich und selbstverständlich.

Gemeinsam mit ihr fährt Prescott täglich zur Schule und lernt nebenbei „zu Hause in Walsrode viel von der deutschen Kultur“. Die Amerikanerin durfte nämlich bereits ein Straßen- und ein Schützenfest miterleben. Auch mit den Nachbarn würde sie sich während ihrer Freizeit häufig und gerne unterhalten.

Ihre Austauscherfahrung empfiehlt Mariah Prescott weiter. „Deutsche können sich ebenfalls für das Programm bewerben“, erklärt sie. Durch ihren Aufenthalt ist die 24-Jährige sich nun sicher: „Ich möchte Lehrerin werden.“ Fest steht auch: in der Heimat. Ende Juni kehrt sie zurück in die Staaten.

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