Auf der Abschussliste

375 Jäger bei Treibjagd rund um den Trochel 34 Wildschweine zur Strecke

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Die Jagdhornbläser pflegen das jagdliche Brauchtum beim Legen der Strecke in Bothel.

Bothel - Von Henning Leeske. Die Bedrohung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) rückt immer näher und ein Fall in Belgien sorgt für noch mehr Unruhe bei den heimischen Schweinemästern. Daher untermauert die Politik stetig die Forderung an die Jägerschaft, den Bestand an Schwarzwild um bis zu 70 Prozent zu reduzieren. Nun fand am Wochenende eine groß angelegte Treibjagd rund um den Trochel auf einer Gesamtfläche von 13.000 Hektar statt – von Hemslingen bis nach Rotenburg.

Dazu sammelten sich insgesamt 375 Jäger und Treiber sowie 65 Jagdhunde in den jeweiligen Revieren. Dabei erwischten die Jäger insgesamt 34 Wildschweine, was natürlich ein kleiner Anteil des Bestandes auf dieser riesigen Fläche ist. Neben dem Schwarzwild kam ebenso reichlich Dam- und Rehwild „auf die Strecke“, wie die Jäger die Ausbeute einer Jagd nennen. 

Sehr erfreulich aus Sicht der Naturschutzfunktion der Jagd war, dass die Jäger auch fünf Beutegreifer trafen. Denn diese Raubtiere bedrohen sehr stark die bodenbrütenden Vögel, wobei die zwei getöteten Waschbären sogar eine invasive Art aus Nordamerika ist, die zusätzlichen Druck auf die bedrohten Vögel ausübt.

Der Jagdkoordinator Dennis Preißler bewertete das Ergebnis der Jagd zurückhaltend, weil durch das gut anhaltende Wetter das Schwarzwild erfolgreich Deckung in den Zwischenfrüchten, wie Senf und dem Ölrettig, gefunden habe. „Einer unserer Treiber wurde sogar kurzerhand von einer Wildsau im Senf umgerannt“, schilderte er. Der Bewuchs sei so dicht, dass man die Tiere erst einen Meter vor sich wahrnehme. 

Revierübergreifende Treibjagd im Kreis Rotenburg

 © Henning Leeske
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Dort dürfe selbstverständlich wegen der Nähe der anderen Treiber und der Jagdhunde aus Sicherheitsgründen nicht geschossen werden. „Dies bleibt den fest eingeteilten Jägern auf den Hochsitzen mit freiem Schussfeld vorbehalten.“ 

Auch der Jäger Lothar Sause aus Brockel war direkt im Staatsforst Trochel unterwegs und berichtete von den Schwierigkeiten. „Mehrmals kam Schwarzwild in Schussweite von meinem Hochsitz aus, aber durch den Bewuchs mitten im Forst konnte ich nicht tierschutzgerecht zum Schuss kommen. Einmal war auch eine Bache mit ihrem kleinen Nachwuchs in der Nähe, aber bei Frischlingen unter 20 Kilo lassen wir das Muttertier in Ruhe“, sagte Sause.

Ein Keiler habe immerhin 73 Kilo auf die Waage gebracht, wobei für die Bestandsreduzierung der Knackpunkt die weiblichen Tiere seien, weil eben ein einzelner Keiler auch bei mehreren Bachen für Nachwuchs sorgen könne. Diese Nachkommen würden höchstwahrscheinlich auch alle über diesen Winter kommen, weil dieses Jahr eine extrem starke Eichelmast für viel Nahrung sorge.

Bereits Mitte Dezember steigt aufgrund der ASP die nächste Treibjagd, wobei erneut das Schwarzwild im Fokus steht. „Dann hat der Frost hoffentlich die Zwischenfrüchte zusammensacken lassen und die Wildschweine können sich nicht mehr verstecken“, so Preißler.

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