Botheler Gemeinderat verwirft Plan des Bürgermeisters

Abriss statt Sanierung

Bürgermeister Heinz Meyer im Januar 2017 vor der abgebrannten Kita. Archivfoto: Wieters

Bothel - Von Tobias Woelki. Der Schock saß tief am Morgen des 10. Januar 2017: Der Botheler Kindergarten ist durch Brandstiftung fast komplett zerstört worden. Jetzt, fast zweieinhalb Jahre später, steht nur noch die Ruine am Horstweg. Abreißen oder sanieren war lange Zeit die Frage, über die sich auch der Botheler Gemeinderat am Donnerstagabend Gedanken gemacht hat. Und während der Diskussion musste Bürgermeister Heinz Meyer, der zwar parteilos ist, aber seinerzeit auf der CDU-Liste in den Rat eingezogen war, eine empfindliche Schlappe einstecken. Denn er scheiterte mit seiner Idee, den beschädigten Teil des alten Kindergartens zu sanieren und dort die Polizeistation einziehen zu lassen, an der durch Krankheit und Urlaub dezimierten CDU-Fraktion. Aktuell versehen die Ordnungshüter im Rathaus ihren Dienst, aber die Samtgemeindeverwaltung braucht mehr Platz für mehr Personal.

Ein Fachmann hatte bereits angemahnt, dass er keine Gewähr dafür geben würde, dass auch nach einer möglichen Sanierung kein Schimmel auftritt. Aber Meyer kämpfte: „Der Sachverständige hat keinen Totalschaden attestiert. Die Bausubstanz ist nicht einmal 20 Jahre alt. Wir können den Teil wieder herrichten.“

Sascha Murso (SPD) regte an, „aus dem Gebäude eine Betriebswohnung für den Schwimmbadleiter einzurichten wie im Hamburger Speckgürtel üblich, um die Attraktivität der Betriebsleiterstelle zu erhöhen“. Jetzt kam jedoch Carmen Wachtmann (CDU) aus dem Sessel. „Wir eiern seit Monaten herum. Die Abrisskosten waren in 2018 eingestellt. Da ist eine Menge Wasser reingeflossen. Das habe ich selbst gesehen. Das Dach ist undicht. Die Feuchtigkeitsgeschichte stößt mir gewaltig auf. Die Schimmelgefahr ist gegeben. Die Idee des Bürgermeisters kann ich nicht unterstützen. Ich bin für einen Abriss“, brodelte es aus ihr heraus. „Ich bin ebenfalls für den Abriss“, bekräftigte der stellvertretende Bürgermeister Michael Meyer-Diercks (CDU) und verlangte namentliche Abstimmung. Damit war klar, dass die CDU-Fraktion den Vorschlag des Bürgermeistes kassieren würde.

„Warum hat die Gemeinde das Gutachten von damals nicht angefochten? Dann hätten wir mehr Geld von der Versicherung erhalten“, wollte Erika Schmidt (SPD) wissen. „Davon haben uns Experten abgeraten, weil es der Gemeinde zu teuer gekommen wäre, von Instanz zu Instanz zu gehen“, so Meyer-Diercks. So kassierte der Rat den Bürgermeister-Vorschlag ein, um parallel dazu den Abriss zu beschließen.

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