Mehr Zeit für Reisen

Heidi Röhrs aus Hemslingen: 30 Jahre Engagement, 30 Jahre Geduld

Heidi Röhrs auf ihrem Motorrad.
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Ab durch die Mitte: Im nächsten Jahr will Heidi Röhrs mit ihrem Mann und dem Motorrad auf Reisen gehen.

Hemslingen – 30 Jahre und somit sechs Wahlperioden, das ist die Zeit, in der Heidi Röhrs in der Kommunalpolitik aktiv war. Nach wie vor wird sie sich weiterhin für ihr Dorf engagieren, „ich kann auch als Bürgerin Anträge stellen und die Ratssitzungen besuchen“, sagt sie schmunzelnd. Und schon sprudeln weitere Ideen und Themen aus ihr heraus. Es gibt da zum Beispiel diesen Radweg an einem Ort, den die Polizei schon als Gefahrenstelle bestätigt hat und wo es doch noch keine Lösung gibt.

Dabei wüsste sie eine, nur sieht der Landkreis die Sache noch nicht ganz ein – die SPD-Frau ist demnach noch voll im Thema. Das wird sie wohl auch bleiben. „Da ich weiter politisch tätig sein will, werde ich da so schnell nichts vermissen“, berichtet sie. Im Ortsverband wird sie aktiv bleiben. Und doch: Es ist an der Zeit, ein wenig Abschied zu nehmen und auch, ein Fazit zu ziehen.

Begonnen hatte alles mit ihrem Engagement als Elternsprecherin in der Grundschule. Damals ging es um eine Bushaltestelle, die nach ihrem erfolgreichen Einsatz verlegt wurde. „Und dann kam Fritz Müller, unser damaliger SPD-Politiker, zu mir und meinte: ,Du gehörst in den Gemeinderat‘“, erinnert sie sich an die Anfänge ihres kommunalpolitischen Lebens.

„Seit dieser Zeit habe ich dann vor allem eines gelernt: Wer in dem Bereich aktiv werden will, braucht vor allem Geduld und nochmal Geduld“, sagt Röhrs. Man müsse einfach akzeptieren, dass viele Prozesse sehr lange dauern würden. „Es ist fast schon faszinierend, wie lange sich manche Genehmigungsverfahren hinziehen“, so Röhrs weiter. Wer wüsste dies besser als sie? Seit 1991 gehörte sie dem Gemeinderat an und war dabei in verschiedenen Ausschüssen tätig. So war sie unter anderem Vorsitzende des Kinderspielkreis-Ausschusses und des Jugend-Kultur-Sport-Ausschusses. Die Liste der Themen ist wahrlich lang. „Unsere Gemeinde war fortschrittlich. In Söhlingen wurde einer der ersten Windparks hier im Landkreis errichtet“, weiß sie. Strom für 850 Haushalte wurde dort erzeugt. Auch die frühzeitige Festlegung des Flächennutzungsplans war wichtig, „damals gab es noch Baulücken“, so Röhrs. Weitere Themen waren etwa der Bau der Bruchwiesen-Sportanlage, die Abwasserkanalisation oder gar die erste Befragung in Sachen öffentlicher Nahverkehr. „So entstanden die Anruf-Sammeltaxi-Angebote, die allerdings seit Corona nicht mehr so gut angenommen werden.“

Wichtig war ihr auch, dass der Kinderspielkreis in einen Kindergarten umgewandelt wurde. Ebenfalls im Fokus stand die jahrelange Suche einer Heimat für die Landjugend. „Wir waren sehr froh, dass wir dann das ehemalige Feuerwehrhaus zur Verfügung stellen konnten“, erinnert sie sich gerne an dieses Anliegen.

Und dann war da ja noch die Sache mit dem Swingerclub: Mitten im Ortskern von Söhlingen wollte ein Investor diesen in den Räumen des damals leerstehenden Kinderheims entstehen lassen. „Heute wohnen zum Glück einige Familien dort, das passt besser“, so ihr Statement. Die Liste ließe sich noch lange fortführen, in 30 Jahren Kommunalpolitik ist viel passiert.

Vor zehn Jahren übernahm Heidi Röhrs für eine Legislaturperiode das Amt der ersten stellvertretenden Bürgermeisterin. „Jeder, der im Dorf etwas ändern will, sollte zu den Ratssitzungen kommen. Diesen Wunsch, etwas zu verändern, halte ich für eine wesentliche Motivation, um in Sachen Kommunalpolitik aktiv zu werden“, betont Röhrs. Schade sei es, dass im Rat nur zwei Frauen vertreten sind. Und doch wollte sie nun den jüngeren Kandidaten „ihren“ Platz frei machen.

Auch ihre Aktivitäten im Samtgemeinderat gehören nun der Vergangenheit an und dies hat vor allem private Gründe: „Mein Mann und ich, wir sind jetzt im Ruhestand und wir fahren leidenschaftlich gerne Motorrad“, berichtet sie. Da beide sich stark für die Öffentlichkeit engagiert hätten, sei es nun an der Zeit, auf Reisen zu gehen und die neue Lebensphase zu genießen. „Wir machen gerne Ferntouren, mal nach Spanien oder Portugal, auch die Masuren stehen noch an“, freut sich die erfahrene Politikerin auf diese Zeit. „Denn wir haben noch Ziele.“

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