„Inti Mujus“ bringt die Melancholie der Anden ins Scheeßeler Nötelhaus

Bolivianischer Karneval begeistert KIS-Publikum

Intensive Töne aus den Anden: Goyo Cespedes und seine Kollegen brachten sie nach Scheeßel.

Scheessel - Von Ulla Heyne - Wer am Sonnabend spät ins Nötelhaus kam, hatte – auch mit Ticket – schlechte Karten: Das Konzert der bolivianischen Gruppe „Inti Mujus“ war restlos ausverkauft. Vom Angebot der Veranstalter, die Karte wegen arg knapp bemessener Sitzplätze zurückzugeben, machten indes nur die wenigsten Gebrauch – und taten gut daran, denn sonst wäre ihnen ein Höhepunkt des noch jungen Scheeßeler Musikjahres entgangen.

Die vier aus Deutschland und Frankreich angereisten Multitalente brachten den Zuschauern nicht nur die vielfältige Musik der unterschiedlichen Regionen des Andenstaates nahe, sondern gaben dank der charmanten Erklärungen des Wahl-Scheeßelers Goyo Cespedes auch Einblicke in die kulturellen Hintergründe.

So waren nach einigem Einhören tatsächlich verschiedene Stilistiken herauszuhören – etwa zwischen den druckvollen Rhythmen des Hochlandes, fast beschwörenden Tönen der riesigen Panflöten, bei denen sich die Melodie auf mehrere Spieler verteilte, den filigranen Klängen eines Solos mit dem Charango, einer Art Ukulele, oder dem Liebeslied „Angelika“ der Minenarbeiter. Wenn die hoch konzentrierten Musiker, oft mit geschlossenen Augen oder im Kreis gruppiert, auf selbst gebauten Instrumenten die Traditionen ihrer Vorfahren wieder aufleben ließen, war die Melancholie des kargen Hochlandes und der riesigen Weiten im intimen Rahmen des Nötelhauses fast spürbar. Aber es ging auch heiter: Die Premiere einiger zeitgenössischer Lieder riss das Publikum ebenso mit wie der „bolivianische Karneval“ mit sangesfreudiger Unterstützung aus rund 100 Kehlen.

In Bezug auf die Sitzplätze gelobte die Kulturinitiative Scheeßel Besserung – in punkto Musikauswahl haben sie schon jetzt den richtigen Riecher. Und wenn am Sonnabend, 25. Februar, die Boogie-Profis Breitfelder und Schroeter Scheeßel rocken, dann hält es wohl ohnehin die wenigsten auf ihren Sitzplätzen.

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