Kontaktstelle Musik Rotenburg-Bremervörde organisiert zum vierten Mal ein Probenwochenende

Bläser bestehen „Feuertaufe“

Dirigent Christof Koert nimmt sich bei den Proben viel Zeit für die Teilnehmer. ·
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Dirigent Christof Koert nimmt sich bei den Proben viel Zeit für die Teilnehmer. ·

Rotenburg - Von Ulla HeyneFreitagabend in der Aula der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Rotenburg: Mehr als 40 Musiker an Tuba, Querflöte, Trompete oder Saxophon spielen Polka, Marsch oder auch mal Tango – und das mit kurzen Unterbrechungen drei Tage lang. Bereits zum vierten Mal bot die Kontaktstelle Musik Rotenburg-Bremervörde interessierten Bläsern die Möglichkeit, ein Wochenende lang mit Profimusikern acht Stücke zu erarbeiten und anschließend im Konzert zu Gehör zu bringen.

Posaunistin Silvia Bamann aus Kirchtimke, die wie rund die Hälfte der Musiker zwischen 12 und 74 Jahren zum ersten Mal dabei ist: „Die letzten Jahre ist diese großartige Veranstaltung irgendwie an mir vorbeigegangen. Schade, wo kann man schon ein ganzes Wochenende für so wenig Geld unter professioneller Anleitung musizieren!“ Viele der 45 Teilnehmer über die Landkreisgrenzen hinaus – die größte Fraktion stellt der Musikzug Bothel, aber auch Tewel, Oldenburg oder Buxtehude sind mit dabei – schätzen es, musikalisch über den Tellerrand zu gucken oder „sich auf andere Klangwelten einzulassen“, wie Dirigent Christof Koert es formuliert. „Den ganzen Tag ab 9.30 Uhr blasen – ob das nicht zu viel wird?“ Die Bedenken der Posaunistin Bamann haben sich zerstreut: „Auf einmal war es schon 21 Uhr, und ich hab's nicht mal gemerkt!“ Auch Klarinettist Albert Golimzanor, wie alle Dozenten Mitglied von Koerts Landespolizeiorchester Mecklenburg-Vorpommern ist begeistert: „Die Leute hier wollen wirklich etwas lernen. Spaß und Wollen sind schon die halbe Miete!“ Beeindruckt stellt er fest: „Die Musiker werden von Minute zu Minute besser“. Das sieht auch Dirigent Koert so: „So viel Freude und Engagement, einfach toll!“

Neben großer Disziplin begeistert ihn auch die gute Vorbereitung der Teilnehmer, die sich seit Wochen mit dem „Russion Gypsy Song“, Highlander und Musicalmedley beschäftigt haben. Das Lob gibt Organisator Jürgen Rudolph von der Kontaktstelle Musik gern zurück: „Sensationell, wie er aus 45 Musikern aus 20 unterschiedlichen Ensembles in nur einem Wochenende ein Orchester geformt hat!“

Koert hat seine Sache gut gemacht: Haben die Bläser noch am Freitag an ihren Notenblättern geklebt und gar nicht bemerkt, wenn der Dirigent das Tempo mal eben um die Hälfte herunterschraubt, so reichte gestern eine winzige Geste mit dem Taktstock, um ein Crescendo hervor zu kitzeln. Aber auch die Geselligkeit kam wie bereits in den Vorjahren mit den Dozenten des Heeresmusikkorps nicht zu kurz, wenn abends Akkordeon oder Posaune ausgepackt wurden. Ein Höhepunkt waren für die meisten Teilnehmer neben den Proben für die drei gemeinsamen Stücken mit den Profis auch die einstündigen Einblicke des renommierten Posaunisten Thomas Horch, Solist beim anschließenden Konzert in der Aula der Realschule. Wenn gestern Nachmittag die Filmmusik „Backdraft“ aus mehr als 70 Instrumenten erklang, dann war das auch symbolisch: Teilnehmer, Dozenten und Dirigent haben ihre „Feuertaufe“ beim diesjährigen Workshop bestanden.

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