Teil vier der Orgel-Serie: „Frischekur für eine alte Dame“ in den letzten Zügen

„Bis zum Reformationstag schaffen wir das locker“

Ein Blick in das Bordun.
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Ein Blick in das Bordun.

Ahausen - Von Mareike Bannasch. Der Geruch von Holzspänen liegt in der Luft, von der Empore der Marienkirche in Ahausen klingt in stetiger Wiederholung ein und derselbe durchdringende Ton, während sich die Arbeiter mit lauten Zurufen verständigen – die Restauration der Röver-Orgel aus dem Jahr 1863 liegt in den letzten Zügen.

Um das Instrument wieder in das Jahr seiner Entstehung zurückzuversetzten, musste Orgelbauer Stefan Linke auch etliche Holzpfeifen in seiner Werkstatt neu bauen –  insgesamt 54 Stück. Diese gehören zum Teil zu zwei Registern, die im Zuge der Restauration hinzugekommen sind. „So können wir das Klangbild der ursprünglichen Orgel abbilden“, erklärt Stefan Linke. Der Bordun, ein sehr tiefes Register, verleiht dem Hauptwerk mehr Kraft und Töne. „Das gibt dem Klang noch mal einen Kick nach unten.“ In dem Register wurden aber nicht alle Pfeifen erneuert, sondern die, die noch zu gebrauchen waren, wieder aufgearbeitet. „Wir wollten ja alles alte erhalten, also haben wir nur die erneuert, an denen nichts mehr zu machen war“, so Linke, der die Pfeifen mit seinem Team in ungefähr anderthalb Wochen baute. Um auch die Pfeifen genauso wie im Original hinzubekommen, haben sich die Orgelbauer noch einmal die Röver-Orgel in Kirchwistedt angesehen. „Da haben wir dann Bilder gemacht und die Register so nachgebildet“, schildert Stefan Linke die Arbeit.

Noch sehen die Pfeifen wie neu aus – im Laufe der Jahre werden sie noch nachdunkeln.

Doch nicht nur ein Bordun ist neu hinzu gekommen – die Ahauser Orgel verfügt seit kurzem auch über eine Flauto Traverso. „Das Register ist einer Querflöte nachempfunden und soll deren besonderen Klang abbilden“, erklärt Linke und spielt einige Töne, die tatsächlich wie das Blasinstrument klingen. Nachdem der Bau der Pfeifen getan ist, machen er und ein Mitarbeiter sich nun daran, die Orgel zu intonieren. „Da geht noch mal richtig viel Zeit drauf, weil ich jede Pfeife noch etliche Male in die Hand nehmen und Kleinigkeiten verändern muss. Da müssen wir sehr konzentriert bei der Sache sein“, so der Orgelbauer. Denn erst nach der Intonation kann er sicher sein, dass der Ton nicht zu laut ist und richtig klingt.

Ist auch dieser Arbeitsabschnitt beendet, stehen noch die Verkleidung des Instruments, die natürlich wieder an ihren alten Platz gehört, und das Stimmen auf dem Programm. Für Linke aber kein Grund zur Hetze, dem Termin der Einweihung, 31. Oktober, sieht er entspannt entgegen. „Bis zum Reformationstag schaffen wir das locker.“

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