Das „grüne Klassenzimmer“ des Hegeringes erfreut sich steigender Beliebtheit

Biologie zum Anfassen

Gästeführerin Traute Philipp (r.) verriet den Besuchern so manches Geheimnis. ·
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Gästeführerin Traute Philipp (r.) verriet den Besuchern so manches Geheimnis. ·

Sottrum - SCHLEESSEL · Biologieunterricht zum Anfassen. Das bietet der Hegering Sottrum in seinem „grünen Klassenzimmer“, das in einem kleinen Wäldchen zwischen Clüversborstel und Schleeßel liegt. Die Idee dazu setzten im Jahr 2004 Horst Holzenleiter, Jochen Corleis, Hans-Wilhelm Hops und Klaus Osmers um.

Während in den ersten Jahren nur sporadisch Besuche von Klassen oder Kindergärten zu verzeichnen waren, nahm das „grüne Klassenzimmer“ 2007 richtig Fahrt auf. „Seitdem waren 630 Kinder und 350 Erwachsene hier“, kann Klaus Osmers seinen Aufzeichnungen entnehmen. Jetzt waren Reeßumer Kommunalpolitiker, Mitglieder der Dorferneuerungsgruppe und Gäste zusammen mit Traute Philipp auf den Spuren der zahlreichen Besucher unterwegs. Initiiert hatte diese Sonderführung Reinhard Hops.

Zwischen zehn und 20 Führungen absolvieren Gästeführerin Traute Philipp und Klaus Osmers jedes Jahr. Jeweils drei Stunden sind dafür vorgesehen. „Bei unserem letzten Projekt stand die Behausung von Tieren im Mittelpunkt“, erklärt Philipp. Dazu passten Baumstamm und Bienenkorb, die Bodo Lüdemann mitgebracht hatte. Der Hobbyimker erzählt den Gästen die Geschichte der Honigbienen, deren Zuhause inzwischen meist ein Kasten aus Holz oder Styropor ist. Außerdem präsentierte Lüdemann einige Produkte wie Wachs oder Salben, die er für den Eigengebrauch aus dem Honig gewinnt. „Leider haben wir hier durch die Monokultur eine Blütenarmut“, bedauert er.

Beim Spaziergang durch das Kleinod lernten die Besucher ganz nebenbei viel über die Natur. So erzählte Philipp, bis zu ihrer Pensionierung vor acht Jahren Leiterin der Grundschule Bötersen, über die Birke. Dieser Pionierbaum siedelte sich, zusammen mit der Kiefer, nach der Eiszeit als erstes wieder an. „Die Kinder können dann auch gleich ausrechnen, wie lange die Samen, die jedes Jahr 300 Meter weit fliegen, gebraucht haben“, so Philipp.

Auf der ehemaligen Pferdeweide, die Kinder der Grundschule Horstedt vor einem halben Jahrhundert aufgeforstet haben, ist aber noch viel mehr zu finden. „An die Pflanzaktion auf der Wiese von Horst Holzenleiter kann ich mich noch erinnern“, meint Heiko Kahrs, der die Einladung von Reinhard Hops angenommen hatte. Auch Hans-Wilhelm Hops war vor 50 Jahren dabei.

Selbst angesiedelt hat sich dagegen eine Buche. Dazu erläuterte die Gästeführerin den Zusammenhang von 24 Zeichen, die als Runen auf Buchen stäben eingeritzt waren. „Daher kommen die Bezeichnungen Buch und Buchstabe“, erklärt sie. Obwohl der Faulbaum an vielen Ecken zu finden ist, ist er etwas Besonderes. Die Produkte, die sich daraus gewinnen lassen, reichen vom Abführmittel bis zum Schießpulver.

Nicht nur die Allgemeinbildung wird durch einen Besuch im „grünen Klassenzimmer“ des Hegeringes erweitert: Während in der Schule die Photosynthese nicht einfach zu begreifen ist, lässt Traute Philipp die Vorgänge nachbauen. „Das versteht jeder“, weiß sie aus Erfahrung. Auch sonst kommt die Praxis nicht zu kurz. So können die Kinder Dinge wie einen Quirl bauen, den man aus einer Tannenspitze herstellt, die mit Raspel und Schmirgelpapier bearbeitet wird. „Kinder sind sehr neugierig und wollen etwas ausprobieren“, sagt Klaus Osmers, der viele Anschauungsobjekte zu den Terminen mitbringt. Daher bleibt trotz der Projekte noch viel Freiraum zum Spielen für den Nachwuchs.

Die Besuchergruppe zeigte sich sehr angetan von den interessanten Ausführungen, die Traute Philipp und Klaus Osmers mit Begeisterung und Liebe zum Detail vermittelten. Kontakt zum Hegering ist unter der Telefonnummer 04264/ 9671 möglich. · ho

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