Kursus mit Hans-Werner Mattfeld stets schnell ausgebucht

„Binsenweisheiten“ sind sehr beliebt

Lothar Cordts (l.) nahm am Kursus teil.

Visselhoevede - VISSELHÖVEDE (aki) · „Ausgebucht!“ lautete die Antwort auf Anfragen nach dem Kursus „Binsenflechten im Heimathaus“. Das wiederholte Angebot des Kultur- und Heimatvereins erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Viele alte Erbstücke, Stühle, bei denen meistens die Sitzfläche beschädigt war oder gänzlich fehlte, konnten so schon gerettet werden. Nun war es wieder soweit – Hans-Werner Mattfeld aus Hellwege verriet seine „Binsenweisheiten“.

„Jedes Jahr ein Stuhl“, hat sich Walter Behrens zum Ziel gesetzt. Der Finteler war bereits zum fünften Mal dabei und müsste eigentlich alle Tricks und Kniffe des Flechtens kennen. „Ich praktiziere es nur einmal im Jahr, und hier habe ich das Material, die Binsen und die Werkzeuge“, sagt er.

„Die Binse kann nur in Brackwasser bei Ebbe und Flut gedeihen und wird in der Blütezeit mit der Sense geschnitten und getrocknet“, informierte Kursleiter Mattfeld. Der 66-Jährige kam vor rund 25 Jahren über seinen Vater Johann zum Hobby. Die blätterlose Pflanze ist so biegsam, weil sie mit Mark gefüllt ist. Ab August wird sie wie Heu getrocknet.

Extra aus Wolfsburg kam Ute Fischer angereist, um ihren guten alten Stuhl wieder nutzen zu können. „Ich habe im Internet von dem Kurs gelesen“, freute sich die Wolfsburgerin über die Möglichkeit, das seltene Handwerk zu erlernen. „Das geläufigste Muster ist das norddeutsche Geflecht, auf dem man am besten sitzen kann“, so Mattfeld.

Der geübte Binsenflechter benötigt fünf bis sechs Stunden für einen Stuhl, die Laien etwas länger. „Es macht zwar Spaß, ist aber auch ganz schön anstrengend“, gesteht Lothar Cordts, der ebenfalls das erste Mal teilnahm. Alle Teilnehmer waren hochkonzentriert bei der Arbeit. Um so mehr genossen sie die gemütlichen Pausen, in denen sie dann von manchen „Binsenahrheiten“ erfuhren: „Ein Mann mit einer Glatze ging zum Frisör. Seine haarlose Pracht zum Schein unter einem Hut verborgen, bat er den Haar-schneider, niemandem von seinem Kahlkopf zu berichten. Doch der Barbier musste sein Wissen loswerden und ging in die Binsen und flüsterte einem Halm das Geheimnis. Die Binse gab es an die nächste weiter, so dass es bald die ganze Stadt wusste. Daher stammt aus der griechischen Mythologie der Begriff ,Binsenweisheit‘“, verriet Hans-Werner Mattfeld.

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