Förderverein der Cohn-Scheune bekommt 15 000 Euro von der Ippen-Stiftung

Beruhigendes Weihnachtsfest

Michael Schwekendiek (r.) führt Chefredakteur Hans Willms durch die Ausstellung. ·
+
Michael Schwekendiek (r.) führt Chefredakteur Hans Willms durch die Ausstellung. ·

Rotenburg - Von Mareike Bannasch. „Sie können ruhig jedes Jahr vorbeikommen.“ Mit diesen Worten begrüßte der Vorsitzende des Fördervereins Cohn-Scheune, Michael Schwekendiek, gestern Morgen den Chefredakteur der Mediengruppe Kreiszeitung, Hans Willms. Zusammen mit dem Vorstand und Beirat nahm er 15 000 Euro entgegen – eine Spende der Ippen-Stiftung.

Dirk Ippen, Verleger der Mediengruppe und damit auch der Rotenburger Kreiszeitung, hatte vor einigen Jahren eine Stiftung gegründet, die jährlich Summen zur Stärkung von Bürgersinn und bürgerschaftlichem Engagement auf lokaler Ebene ausschüttet. Auf Anregung von Mitglied Bodo Lemme hatte sich auch der Förderverein Cohn-Scheune beworben – und bekam 15 000 Euro zugesagt.

„Uns fehlten noch 15 500 Euro für die Restfinanzierung. Dieser Betrag ist nun abgedeckt“, erklärte Schwekendiek im Gespräch. Die Finanzierung der Sanierung und Einrichtung der Ausstellung sei nicht einfach gewesen und manche Vorstandsmitglieder mussten sogar das eigene Portemonnaie für ein Darlehen öffnen. „Durch die Spenden feiern wir alle das beruhigendste Weihnachtsfest seit Jahren“, versicherte der Vorsitzende.

Seit September 2010 ist das letzte noch verbliebene Gebäude der Familie Cohn in der Kreisstadt wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Auch wenn es zu Beginn großen Widerstand gegen die Renovierung des Gebäudes gab, hat die Ausstellung inzwischen mehr als 2 500 Besucher angelockt. Die Scheune wurde im Jahr 1861 errichtet und diente später vornehmlich als Schneiderwerkstatt und Abstellraum. Doch nicht nur der jüdische Hintergrund und die Verfolgung durch die Nationalsozialisten spielt für die Ehrenamtlichen eine Rolle für ihr Engagement. „Viele Menschen wissen gar nicht, wie sehr die Familie Cohn die Geschichte der Stadt geprägt hat“, betonte Bodo Lemme. Mit der Dauerausstellung wollte der Förderverein die nötigen Informationen liefern. Ein Angebot, von dem immer mehr Bürger Gebrauch machen.

„Wir haben zunehmend Gruppen aus den umliegenden Kreisen und Gemeinden zu Gast. Für Schulklassen haben wir außerdem ein eigenes Angebot konzipiert“, erklärte Vorstandsmitglied Manfred Göx. Bei den jungen Besuchern stoßen besonders die beiden Touch-Screens auf Begeisterung, auf denen sowohl die Geschichte des Gebäudes als auch der Familie aufbereitet wurden.

Der Förderverein organisiert übrigens auch Sonderausstellungen. Momentan ist ein Fotowettbewerb in Planung, der sich mit Menschen beschäftigt, die aus anderen Ländern kommen und an der Wümme eine neue Heimat gefunden haben. Die besten Einsendungen sind im kleinen Fachwerkhaus zu sehen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Was traut man uns noch zu?

Was traut man uns noch zu?

Was traut man uns noch zu?
Fünf Jahre nach der Tat: Visselhöveder Rachemord-Prozess beginnt

Fünf Jahre nach der Tat: Visselhöveder Rachemord-Prozess beginnt

Fünf Jahre nach der Tat: Visselhöveder Rachemord-Prozess beginnt
Freie Bahn für die Wümme

Freie Bahn für die Wümme

Freie Bahn für die Wümme
Annika Sterneck und Julia Helk leiten die Sottrumer Grundschule

Annika Sterneck und Julia Helk leiten die Sottrumer Grundschule

Annika Sterneck und Julia Helk leiten die Sottrumer Grundschule

Kommentare