Bürgerinitiative sorgt sich um Verseuchung / ExxonMobil: „Keine Gefährdung“

Benzol im Grundwasser?

Fähnchen mit unklarer Bedeutung.

Bötersen - Die Bürgerinitiative Frackloses Gasbohren sorgt sich um eine Verseuchung des Bodens und Grundwassers mit Benzol um die drei Leckagen an der Lagerstättenwasserleitung der ExxonMobil im Erdgasfeld Bötersen.

Diese waren im März bei einer Druckprüfung zwischen den Sondenplätzen Z4 und Z7 entdeckt worden.

Bei zwei Schadstellen gegenüber der Anlage Z11 zwischen der Bundesstraße 75 und dem Schnedebusch weg müssten Erde und Grundwasser gereinigt beziehungsweise ersetzt werden, da im Baugrubenwasser aller gefundenen Leckagen deutliche Überschreitungen der Geringfügigkeitsschwellenwerte für BTEX (aromatische Kohlenwasserstoffe, Toluol, Ethylbenzol, Xylole) und Benzol vorlägen, wissen die Aktiven aus vertraulicher Quelle. Auch könne der Schaden bereits seit Jahren bestehen.

Unterirdisch gebe es kilometerlang ein Netz von Leitungen durch die Samtgemeinde Sottrum, das Lagerstättenwasser transportiere. Wer auf der B 71 zwischen Mulmshorn und Rotenburg unterwegs sei, bekomme gegenüber der Einfahrt zur Exxon-Station auf einem Acker eine Kostprobe davon, wie solche Rohre aussehen. Dort gebe es zudem Dutzende von gelben und roten Fähnchen, die einer bestimmten Markierung dienten. Welcher, das habe aber auch Exxon mit Verweis auf eine holländische Firma nicht klären können. Die Initiative sehe sich daher in der Pflicht, vorsorglich die Wasserbehörde zu benachrichtigen.

Die Möglichkeit einer Boden- und Trinkwasserverseuchung durch Fracking und den Transport anfallender, krebserregender Stoffe zu Verpressstellen im Landkreis sei nicht nur möglich, sondern bereits geschehen, so die Aktiven weiter.

ExxonMobil weist die Aussagen auf Nachfrage unserer Zeitung zurück. Die aktuell betroffene Leitung sei zuletzt im Sommer 2009 überprüft worden. Dabei seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Die drei Schadstellen seien nun im Zuge weitergehender Überprüfungen nach einem diagnostizierten Druckabfall bei der jüngsten Prüfung identifiziert worden. Zunächst seien jedoch keine Auffälligkeiten festgestellt worden, erklärt Pressesprecherin Dr. Ritva Westendorf-Lahouse. Weitere Untersuchungen hätten lokal eng begrenzte Verunreinigungen mit Kohlenwasserstoffen (BTEX) ergeben.

Bodenproben von zwei der drei Schadstellen seien unauffällig gewesen, auch bei der auffälligen Probe seien Referenzproben in zirka einem Meter Abstand ohne Befund. „Die Grundwasserproben wiesen jeweils Auffälligkeiten auf, allerdings die sechs Tage danach erneut durchgeführten Proben zeigten einen ganz erheblichen Rückgang der Werte“, heißt es. Dies lasse den Schluss zu, dass die Ursache in dem Drucktest selbst liege. „Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung des Umfeldes“, betont die Pressesprecherin. Derzeit liefen die Abstimmungen mit der Unteren Wasserbehörde zur Absenkung des Grundwassers, um die letzten Analysen vornehmen und Reparaturen durchführen zu können.

Nicht korrekt sei ebenso die Behauptung, dass es in der Vergangenheit bereits zu Verseuchungen gekommen sei. Seit 50 Jahren werde in Deutschland gefrackt – ohne Umweltbeeinträchtigungen. „Richtig ist, dass es aufgrund von Leitungsundichtigkeiten zu einzelnen lokal begrenzten Verunreinigungen mit höheren Kohlenwasserstoffen gekommen ist“, hebt die Pressesprecherin hervor. Soweit ExxonMobil betroffen gewesen sei, habe es dabei in keinem Fall eine Trinkwasser-verschmutzung gegeben. „Die entstandenen Bodenverunreinigungen waren jeweils im direkten Umfeld der Leitung. In keinem Fall bestand eine Gefahr für die Anwohner.“ · sbo

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