Tag des Lärms: In Rotenburg liegen „laut“ und „leise“ dicht beieinander

Heute ist der „Internationale Lärm-Gedenktag”

Ein Verkehrsknotenpunkt, auch mit Blick auf den Lärm: Im Schnitt 75 Dezibel zeigt das Messgerät im Einmündungsbereich der Elise-Averdieck- in die Lindenstraße an.

Rotenburg - Von Lars WarneckeHeute ist der 14. Internationale Tag des Lärms. Was nicht etwa bedeutet, dass man besonders laut sein darf.

Vielmehr nutzt die Deutsche Gesellschaft für Akustik diesen „Internationalen Lärm-Gedenktag”, um Krach zu schlagen, damit die Menschen genau hinhören auf die Geräusche, die sie jeden Tag umgeben und die für sie zur Belastung werden können. Die RK/VN-Redaktion spitzte die Ohren und besuchte besonders laute und leise Orte in Rotenburg.

Lautstärke ist relativ – und anscheinend auch Gewöhnungssache. „Um ehrlich zu sein, höre ich den Krach schon gar nicht mehr“, erzählt Holzbearbeiter David – und muss dabei merklich die Stimme heben. Der Mitarbeiter der Firma Behrens an der Bremer Straße steht an der Sägestation, während einen Schritt weiter Kollege Franz einen zehn Meter langen Balken aus Fichtenholz bearbeitet. Späne fliegen durch die Luft. Ohrenbetäubende, kreischende Geräusche erfüllen den Raum – und das zwölf Stunden am Tag. „Gesunder Lärm ist das sicherlich nicht“, räumt Lagerleiter Andreas Jedamzik ein. „Ohne entsprechende Schutzmaßnahmen wie Kopfhörer oder Ohrstöpsel würde die stete Lärmbelastung über 60 Dezibel sicherlich auch Stress verursachen.“

Die Ruhe weg hat dagegen Margreth Endris. Für ein paar Tage hat sich die Geschäftsfrau aus der Nähe von Hamburg im „Wachtelhof“ einquartiert. Eben erst eingecheckt, sucht sie sich ein lauschiges Plätzchen auf einer Sonnenliege im Hotelgarten. Dort, inmitten rauschender Gräser, gerät die Urlauberin ins Schwärmen: „Seit elf Jahren komme ich schon regelmäßig hierher, besonders schätze ich aber die Ruhe, die von diesem Ort ausgeht.“ 

Allerdings: Ganz still ist es auch im „Wachtelhof“-Garten nie. So ist in weiter Ferne das monotone Rauschen der Autos und Lastwagen zu hören. Auch das Vorbeirauschen der Züge ist vernehmbar. Wenn man sich darauf konzentriert. Doch wer sich wie Margreth Endris die Sonne ins Gesicht scheinen lässt und dabei die Augen schließt, kann diesen Lärm ausblenden. In diesem Moment klingt er gar fast angenehm, ein wenig so, als hielte man sich im Urlaub eine Muschel ans Ohr.

Am anderen Ende der Stadt, im Einmündungsbereich der Elise-Averdieck- in die Lindenstraße beim Diakoniekrankenhaus, steht Bernd Grünberg mit einem Dezibel-Messgerät. Mit Quietschen und Zischen fährt gerade ein Lastwagen an. Auch der Motorradfahrer gibt kräftig Gas, jagt den Motor nach oben. Beinahe im Sekundentakt ziehen die motorisierten Verkehrsteilnehmer an dem Mitarbeiter vom Rotenburger Ordnungsamt vorbei. 75 Dezibel zeigt das Gerät, sein eigenes Wort versteht man angesichts des Straßenlärms nur schwerlich. „Hier bekommt man schon ein gutes Gefühl für Krach“, erzählt Grünberg.

Zum Einsatz komme das Messgerät im Straßenverkehr eher selten. „Wir konzentrieren uns da vielmehr auf Messungen bei Großveranstaltungen, beispielsweise am Weichelsee oder bei den Race Days‘‘.

Von ungetrübter Stille fehlt auch in der Stadtbibliothek mitunter jede Spur. „Das war früher vielleicht einmal so, jetzt, wo wir auch audiovisuelle Medien führen, haben wir viel mehr Kinder und Jugendliche zu Besuch und dementsprechend auch einen höheren Geräuschpegel“, erzählt die stellvertretende Leiterin Nadeschda Zilke. Wer wirklich ungestört schmökern oder lernen möchte, dem empfiehlt sie den Sachbuchbereich im Obergeschoss. „Hier wird die Hausordnung noch gelebt“, schmunzelt die Bibliothekarin.

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