„Cafesito“ am Pferdemarkt für den Tag der Architektur am 30. Juni ausgewählt

Ein beispielhaftes Konzept

Freuen sich über die Anerkennung fürs „Cafesito“: Detlef Eichinger (v.l.), Andreas Martin, Norbert Behrens, Mitarbeiter Steffen und Werner Ruhe. ·
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Freuen sich über die Anerkennung fürs „Cafesito“: Detlef Eichinger (v.l.), Andreas Martin, Norbert Behrens, Mitarbeiter Steffen und Werner Ruhe. ·

Rotenburg - Als besonders gelungenes aber auch außergewöhnliches Bauwerk haben die Architektenkammern Niedersachsen und Bremen das „Cafesito“ am Pferdemarkt für den Tag der Architektur am Sonntag, 30. Juni, ausgewählt.

„Als einziges Gebäude im Landkreis Rotenburg“, freute sich Norbert Behrens, dessen Mitarbeiter Andreas Martin das Haus gezeichnet und die Nutzung gemeinsam mit dem Bauherren, der Lebenshilfe Rotenburg-Verden, geplant hat.

Anerkannt wird von den Architektenkammern der architektonische Eindruck ebenso, wie die Einbindung ist das Stadtbild und das ausgeklügelte Nutzungskonzept „mit zehn an die Erwerbswirtschaft angelehnten Arbeitsplätzen für behinderte Menschen“, erläuterte Lebenshilfe-Geschäftsführer Werner Ruhe bei einem Pressegespräch im Konferenzraum im zweiten Obergeschoss. Nach einer internen Ausschreibung wurden zehn Gehandicapte für die Tätigkeit im „Cafesito“ ausgewählt und danach ein halbes Jahr lang für ihre neuen Aufgaben geschult. Einerseits, so Ruhe, komme man damit den Wünschen und Fähigkeiten der Beschäftigten entgegen, andererseits verbessere man deren Chancen auf Vermittlung in den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Darüber hinaus hat die Lebenshilfe im „Cafesito“ zwölf weitere sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen. Die Mitarbeiter sind überwiegend als Teilzeitkräfte tätig. Werner Ruhe ärgert es, dass es immer wieder kritische Stimmen gebe, die „eine öffentlich geförderte Konkurrenz zur örtlichen Wirtschaft“ beklagten. Für die von der Lebenshilfe betreuten Menschen würden die üblichen Pflegesätze überwiesen, und die Betreuungskosten in Höhe des gesetzlich normierten Schlüssels von eins zu elf seitens der Hilfeträger übernommen, erläuterte Ruhe. Alle Kosten, die sich aus der wirtschaftlichen Tätigkeit in der Restauration und in der Küche sowie aus dem Ladenverkauf ergeben, müssten über die Einnahmen gedeckt werden. Ebenso Steuern und Abgaben, die Kosten für Energie, die Löhne für die Beschäftigten und auch die Abschreibungen aufs Haus, das komplett und ohne Zuschüsse von der Lebenshilfe finanziert worden sei. Sie komme deshalb gar nicht umhin, die handelsüblichen Verkaufspreise zu nehmen, um das Betriebsergebnis positiv zu gestalten. „Ein Unterschied zur gewerblichen Wirtschaft besteht darin, dass keine Gewinnerzielung sondern in erster Linie eine Kostendeckung angestrebt wird“, stellte Ruhe fest.

Für Bürgermeister Detlef Eichinger ist das „Cafesito“ ein „Leuchtturm“: „Mit einer derartigen Einrichtung an einer derart exponierten Stelle setzt die Stadt ein Zeichen.“ Das „Cafesito“ korrespondiere baulich mit dem Rathaus und sei schon von der Geranienbrücke aus zu sehen, so Architekt Martin. Der rausgerückte Vorsprung vermittle den Eindruck, dass sich an der Stelle das Tor zum Pferdemarkt öffne.

Wer sich persönlich davon einen Eindruck verschaffen möchte, ist am 30. Juni willkommen. Das „Cafesito“ ist an diesem Sonntag geöffnet und offeriert von 11 bis 14 Uhr einen mediterranen Mittagsbrunch. Führungen sind um 11, 13 und 15 Uhr vorgesehen. · sf

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