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Begleiterin in vielen Lebenslagen: Nina Ahrenhold aus Vahlde unterstützt Senioren in ihrem Alltag

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Von: Lars Warnecke

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Auf dem Sprung zum nächsten Lebenshelfer-Einsatz: Nina Ahrenhold bietet den Senioren der Region ihre Unterstützung für die Bewältigung des Alltags an.
Auf dem Sprung zum nächsten Lebenshelfer-Einsatz: Nina Ahrenhold bietet den Senioren der Region ihre Unterstützung für die Bewältigung des Alltags an. © Warnecke

Bisher kannte man den Begriff Lebenshilfe eher in Verbindung mit behinderten Menschen. Relativ neu ist dagegen die Senioren-Lebenshilfe. Eine, die ältere Menschen in vielen Lebenslagen begleitet, ist Nina Ahrenhold.

Vahlde – Sie geht mit ihnen Einkaufen oder zum Arzt. Sie packt im Haushalt mit an, bereitet das Mittagessen zu, macht die Wäsche. Oder sie hört einfach nur zu. „13 Jahre lang habe ich in einer kleinen ayurvedischen Firma gearbeitet“, blickt Nina Ahrenhold zurück. „Da habe ich es an der Zeit gesehen, mich beruflich neu zu orientieren.“ Als selbstständige Lebenshelferin greift die Vahlderin, die seit elf Jahren in Wistedt auch noch Schulbus fährt, neuerdings solchen Senioren unter die Arme, die im Alter einsam geworden sind – gegen Bezahlung. Doch für die 37-Jährige geht es bei Weitem nicht nur ums Geld: In ihrer neuen Tätigkeit hat Ahrenhold Erfüllung gefunden. „Es stellt dich einfach zufrieden, wenn du das Gefühl hast, helfen zu können, etwas Nützliches zu tun“, betont sie. Ein Helfersyndrom, das habe sie ohnehin schon immer gehabt.

Viel Praxiserfahrung hat Nina Ahrenhold indes noch nicht sammeln können, bietet sie doch erst seit Anfang Dezember als Freiberuflerin ihre Unterstützung an – und zwar unter dem Dach der Marke „SeniorenLebenshilfe“. Das Franchise-Unternehmen mit Sitz in Berlin wurde 2012 von der Krankenschwester Carola Braun und ihrem Mann Benjamin als Start-Up gegründet. Die Idee: Die Vermittlung von Menschen, die Senioren im Alltag unterstützen – allerdings abseits der Pflege, wie die Vahlderin erklärt. „Ich biete Dinge an, die mobile Pflegedienste nicht leisten können, weil dort einfach die Zeit fehlt.“ Die Lebenshelfer bleiben dabei formal selbstständig, werden aber von dem Unternehmen vermittelt und geschult. Inzwischen sind rund 180 von ihnen bundesweit im Einsatz – im Landkreis Harburg gibt es zwei Alltagshelfer. Ahrenhold ist die erste im Kreis Rotenburg. „Es geht mit den Aufträgen für mich jetzt langsam los“, sagt sie.

Vor allem gefällt mir die Herzlichkeit – bei meiner früheren Tätigkeit habe ich das vermisst, hier aber steht das Zwischenmenschliche im Mittelpunkt.

Nina Ahrenhold 

Bei vielen Menschen schwindet die Selbstständigkeit im Alter, aber sie sind deshalb noch lange kein Fall fürs Pflegeheim, sondern können mit Unterstützung gut weiter zu Hause leben. Genau da kommt die Vahlderin ins Spiel: „Mein Ziel ist es, dass die Senioren durch Hilfe bei bestimmten Tätigkeiten möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben können.“ Gleichzeitig seien viele ältere Menschen einsam. „Oft sind Partner und Freunde schon verstorben und die Kinder wohnen nicht in der Nähe“, sagt die 37-Jährige. Diesen Menschen hilft die gebürtige Tostedterin, die seit zehn Jahren in Vahlde lebt, nicht nur im Haushalt und beim Einkaufen, sie fährt auch mit ihnen zum Arzt, zur Bank, hilft bei organisatorischen Dingen.

Was ihr an der neuen Aufgabe gefällt? „Vor allem die Herzlichkeit – bei meiner früheren Tätigkeit habe ich das vermisst, hier aber steht das Zwischenmenschliche im Mittelpunkt.“ An der Reaktion der Senioren merke man doch sofort, dass sie einen schätzen, schwärmt sie. „Da sind meist gar keine Worte nötig – diese Dankbarkeit nimmt man für sich mit.“

Bezahlt werden die Lebenshelfer nach Stunden – und zwar unabhängig davon, wie die Zeit genutzt wird. Mindestens zwei Stunden pro Besuch sind Bedingung – „und dann auch regelmäßig, ob das ein- oder zweimal pro Woche ist oder einmal im Monat, spielt keine Rolle. Es soll aber eine gewisse Kontinuität reinkommen.“ Im Internet werden sämtliche Tätigkeiten nach einem standardisierten System dokumentiert und können durch die Angehörigen abgefragt werden. Die angebotenen Leistungen sind übrigens kassengestützt.

Für ihren neuen Job hat Nina Ahrenhold vorab an einer Online-Schulung teilgenommen. Erst danach, berichtet sie, dürfe man sich Senioren-Lebenshelfer nennen. Jeder sei dabei einem bestimmten Gebiet zugeordnet. „Die Idee ist, dass niemand länger als 30 Minuten zu seinen Senioren braucht“, erläutert die Vahlderin, die ihre Dienste entsprechend nicht nur in ihrem Heimatdorf, sondern auch im Umland anbietet. „Die äußerste Ecke, die ich bisher angefahren habe, ist Buchholz.“ Noch ist Ahrenhold dabei ohne Werbeschriftzug auf ihrem Auto unterwegs, der sie als Begleiterin in vielen Lebenslagen ausweist – das soll sich demnächst ändern.

Kontaktaufnahme

Wer Interesse an der Unterstützung hat, kann das Kundentelefon unter der gebührenfreien Nummer 0800 / 83221100 anrufen oder mit Nina Ahrenhold direkt in Kontakt treten – unter 04265/3079806 oder per E-Mail an nina.ahrenhold@senleb.de. Weitere Infos gibt es auch auf der Website www.seniorenlebenshilfe.de.

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