Anwohner müssen vor Grundstücken den Schnee räumen, sonst sind sie haftbar

„Ausrutschen kann teuer werden“

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Saskia Fruhner, Sachbearbeiterin aus dem Rathaus, weiß, was man bei Schnee, Eis und Glätte zu tun hat. 

Visselhövede - Von Alena Staffhorst. „Dies ist genau die Situation, die ich als Bürgermeisterin so hasse“ – Franka Strehse blickt aus dem Fenster auf die teils verschneiten, teils matschigen Straßen Visselhövedes.

„Das Problem ist nicht der Schnee an sich, sondern wenn wir um die null Grad haben und es mal taut und mal friert, dann wird es richtig gefährlich.“ Unfälle lassen sich zumindest teilweise vermeiden, doch müssen die Bürger auch ihren Teil dazu beitragen – jeder einzelne.

Saskia Fruhner ist seit dem 1. Januar als Sachbearbeiterin im Rathaus angestellt. Zu ihren neuen Aufgaben gehört unter anderem auch, die Bürger über ihre Pflichten bei Eis und Schnee zu informieren. „Wenn es draußen glatt ist und jemand vor einem Grundstück hinfällt, kann es für den Anwohner teuer werden“, sagt die 21-Jährige. „Die Anwohner sind dazu verpflichtet, vor ihren Grundstücken zu räumen, sonst können sie dafür haftbar gemacht werden.“

Genau bedeutet das, so erklärt Fruhner, dass die Bürger vor ihrem Grundstück auf einer Breite von mindestens 1,50 Metern an Werktagen zwischen 7.30 und 19 Uhr und an Sonn- und Feiertagen zwischen 9 und 19 Uhr für freie Wege sorgen müssen. Wenn kein Gehweg vorhanden ist, müsse trotzdem der Bereich am Fahrbahnrand freigeschaufelt werden. „Dazu gehört zum einen, dass die Anwohner den Schnee zur Seite schieben müssen“, erklärt die junge Mitarbeiterin. „Auch müssen sie durch Streusalz oder aber Sand dafür sorgen, dass der entsprechende Bereich nicht glatt ist und keine Gefahr zum Ausrutschen besteht.“

Doch was machen ältere oder kranke Menschen, die alleine leben und sich selbst nicht mehr um die Räumung kümmern können? „Für die Menschen wird es immer schwieriger“, gibt die Bürgermeisterin zu. „Früher gab es noch mehr Schüler und Studenten, die sich so ein bisschen Geld dazuverdienen wollten, doch das wird immer weniger.“ Auch sei es schwierig, eine Firma dafür zu engagieren. „Die kommen auch nicht für ein Grundstück extra her“, sagt Franka Strehse. „Da müssen sich die Anwohner schon zusammenschließen, so dass das Unternehmen sich um die ganze Straße kümmern kann.“

Trotzdem gehöre es zu den Pflichten eines jeden Anwohners, sich um diese Arbeiten zu kümmern. „Mein Tipp wäre, einfach einen netten Nachbarn, Bekannten oder auch Jugendlichen anzusprechen und um Hilfe zu bitten“, schlägt Strehse vor. „Man muss aktiv auf die Menschen zugehen und ihnen Geld anbieten, dann hat man vielleicht Erfolg.“

Doch darum sollte man sich möglichst frühzeitig kümmern. „Wenn der erste Schnee erstmal liegt, ist es meist zu spät“, sagt Fruhner. „Am besten bemüht man sich schon im Sommer darum, das man im Winter jemanden hat, der sich um das Schneeschippen vor der eigenen Haustür kümmert.“

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