Alois Steiner zeigt in der Volksbank Sottrum seine Bilder erstmals öffentlich

„Auf dem Weg zur Hoffnung“

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Matthias Dittrich, Vorstand der Volksbank Sottrum (l.), und Alois Steiner posieren vor den Bildern des Künstlers.

Sottrum - Eigentlich war es eher ein Zufall, dass die Kundenbetreuerin Kathleen Molnar-Sipan das künstlerische Talent des aus Österreich stammenden Alois Steiner entdeckte.

Im Rahmen einer Kampagne wirbt die Volksbank zurzeit mit dem Vertrauen ihrer langjährigen Kunden, wie beispielsweise Bäcker Holste oder Familie Dodenhoff aus Horstedt, und hatte auch die Edelstahlverarbeitungsfirma Alois und Daniel Steiner als Gesicht des Geldinstitutes angesprochen.

Aufgrund einer schweren Krankheit hatte Alois Steiner vor mehr als zwei Jahren kurz nach seinem 62. Geburtstag die Firmenleitung an seinen Sohn Daniel übergeben und widmete sich während der Therapie und Rekonvaleszenz seiner schon als Jugendlicher ausgeprägten Neigung zur Malerei. Dazu war vorher in seiner anstrengenden Berufstätigkeit nicht die Möglichkeit gewesen, bis das Schicksal „mir plötzlich viel Zeit zur Verfügung stellte, die ich sinnvoll nutzen wollte, denn ohne eine Aufgabe wäre ich zerbrochen“, so Steiner.

Mitten im Wohnzimmer stellte er seine Staffelei auf und begann mit Unterstützung seiner Frau Helga die ersten Malversuche. Als klassischer Autodidakt begann er seine Arbeiten mit dem Graphitstift und zeichnete viele Porträts unbekannter und auch bekannterer Persönlichkeiten. Darunter auch Bilder der Schauspielerin Elisabeth Lanz oder Reinhold Messner, die auch in der Ausstellung zu sehen sind. Auf dem Tiefpunkt seiner Therapie verdeutlicht ein Selbstbildnis den Kampf gegen die Krankheit und „den Weg zur Hoffnung“.

Dann kommt plötzlich viel Farbe in Steiners Werke, die mit Acryl und Spachteltechnik in vielen Schichten aus einer dunklen Oberfläche leuchtende Streifen aufblitzen lassen und immer mutiger werden. Kraftvolle Bilder wie „Machtwanderung“, „Venedig“, „Der Beobachter“ oder „Morgendämmerung“ zeigen seinen Weg aus der Verzweiflung hin zu einem lebensbejahendem Talent, das endlich die Krankheit überwunden hat.

Steiners Schaffenskraft, Leidenschaft und lernbegierige Weiterentwicklung ist bewundernswert, wie auch Matthias Dittrich vom Vorstand des Geldinstituts in seiner akribisch recherchierten Einführungsansprache bewundernd formulierte und betonte, dass die Volksbank sich immer wieder gern als „Kunstforum“ für solche schlummernden Talente aus der Region zur Verfügung stelle.

Mehr als 50 staunende Besucher der Vernissage wurden fast überwältigt von der Fülle der ausgestellten Bilder. Es ist verständlich, dass Alois Steiner in seiner ersten öffentlichen Präsentation einen Querschnitt durch sein gesamtes Schaffen zeigen wollte, dennoch wäre eine dezidiertere Auswahl seinen Bildern gerechter geworden.

Besonders seine Werke aus dem Jahr 2013 „Akt 2“ oder „Rote Fingernägel“, zeigen eine erstaunliche Entwicklung in ihrer Reduzierung auf Licht und Schatten in kraftvollem Rot, Weiß sowie Schwarz und weisen einen ganz neuen Weg, den Steiner unbedingt weiter verfolgen sollte. · hs

Die Ausstellung ist noch bis zum 11. Oktober im Foyer der Volksbank Wümme-Wieste in Sottrum zu sehen.

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