Bundestagsabgeordnete Johanna Voß besucht Versenkbohrstelle Wittorf Z1

„Auf Fracking verzichten“

Zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Johanna Voß vor der Versenkbohrstelle Wittorf Z1: Hartmut Horn (l.) und Dr. Manfred Damberg. ·
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Zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Johanna Voß vor der Versenkbohrstelle Wittorf Z1: Hartmut Horn (l.) und Dr. Manfred Damberg. ·

Visselhoevede - WITTORF · Umgeben von saftig-grünen Bäumen und wenige Meter von der idyllischen Wassermühle Grabenmühlen entfernt liegt seit Jahren der glitzernde „Stein des Anstoßes“: die Versenkbohrstelle Wittorf Z1, die seit 1995 insgesamt 725 000 Kubikmeter sogenanntes Lagerstättenwasser aufgenommen hat. Eine giftige Brühe, die beim Fracking übrig bleibt und, so die Sorge von vielen Bürgern, das Trinkwasser verseucht.

Kürzlich war auf Einladung der Bürgerinitiative „Frack-loses Gasbohren im Landkreis Rotenburg“ die Bundestagsabgeordnete Johanna Voß (Die Linke, Wahlkreis Lüchow-Dannenberg) in den Kreis Rotenburg gekommen, um eine Reihe von Gasförder- und Versenkbohrstellen zu besichtigen.

Die 55-jährige Politikerin lehnt das Fracking konsequent ab. Vor Weihnachten brachte sie im Deutschen Bundestag einen Antrag ein, nach dem das Fracking ohne Wenn und Aber zu verbieten sei. Die Politikerin erklärte fast ein wenig triumphierend: „Das Engagement zahlreicher Bürgerinitiativen zum Schutz des Trinkwassers zahlt sich aus: Die schwarz-Gelbe Koalition legt den geplanten Gesetzesentwurf zum Fracking vorläufig auf Eis.“

„Auch die Mehrheit der Bevölkerung ist klar für ein Fracking-Verbot. Das haben jetzt auch einige Unionsabgeordnete bemerkt. Sie fürchten um ihr Direktmandat bei der Bundestagswahl und richten schnell ihr Fähnchen nach dem Wind“, betonte die Abgeordnete.

Hartmut Horn aus Bötersen, Sprecher der Bürgerinitiative, freute sich über den Besuch der Bundespolitikerin: „Wir fordern dass die Verpressbohrstellen geschlossen werden, damit nicht noch mehr Gift in die Erde gelangt und zu einer Gefahr für das Trink- und Grundwasser wird. Wir sind der Meinung, dass es sehr wichtig ist, wenn sich jemand direkt aus dem Bundestag hier vor Ort über die Probleme informiert.“

Im Landkreis Rotenburg gibt es vier Versenkbohrstellen: Sottrum Z1, seit 1991 in Betrieb, eingepresste Gesamtmenge 950  000 Kubikmeter (gehört zur Gemeinde Hassendorf). Außerdem: Söhlingen H1, seit 1984 in Betrieb, eingepresste Gesamtmenge 950 000 Kubikmeter (Samtgemeinde Bothel). Hinzu kommt Wittorf Z1, seit 1995 in Betrieb, eingepresste Gesamtmenge 725 000 Kubikmeter (Wittorf). Und schließlich: Gilkenheide Z1, seit 1990 in Betrieb, eingepresste Gesamtmenge 851 000 Kubikmeter (Stadt Visselhövede). - In die Versenkbohrstellen wurden bisher insgesamt rund 3,5 Millionen Kubikmeter Lagerstättenwasser verpresst.

In ihrer Dokumentation machte die Bürgerinitiative weiterhin auf eine Reihe von Störfällen aufmerksam. Dabei war es zu Leitungsschäden mit großflächiger Boden- und Grundwasserverseuchung gekommen. Ein Erdbeben (4,5 auf der Richterskala) zwischen Wittorf und Bellen wird in Zusammenhang mit der Erdgasförderung gebracht. Auf dem Erdgasförderplatz „Hemsbünde Z1“ kam es zu einem Quecksilberaustritt. Wittorf Z1: Brand von Aktivkohlfiltern. Außerdem: Die Betonummantelung der Versenkbohrung ist seit langem brüchig. Die Liste setzt sich fort mit Störfällen in den Landkreisen Verden, Nienburg und Celle.

Die Besorgnis über das Fracking und seine Folgen, betonte Bundestagsabgeordnete Johanna Voß, „geht quer durch das Land“. Ein umweltgerechtes Entsorgen von Lagerstättenwasser, ergänzt die Bundestagsabgeordnete, würde erhebliche Summen verschlingen und komme deshalb nicht in Frage. Die einzige Lösung: „Wir müssen auf das Fracking und damit auf das Lagerstättenwasser verzichten.“ Die Arbeitskräfte, die dabei freigesetzt würden, ließen sich bei der Arbeit für die erneuerbaren Energien unterbringen. · bn

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