Zigarettenpreise: Wie Raucher und Händler mit der Erhöhung umgehen

„Auch zehn Euro zahlen“

Der Griff zum Glimmstengel – für viele Raucher ist er schon jetzt ein teures Vergnügen. Und die Preisspirale wird noch weiter nach oben gedreht. ·

Rotenburg - Von Florian von Leitner. Längst sind sie vorbei, die Zeiten, in denen Raucher für eine Packung Zigaretten vier D-Mark zahlen mussten. Seit dem 1. Mai dieses Jahres kostet die Schachtel im Schnitt wieder 20 Cent mehr. Bis 2015 ist eine jährlich Preiserhöhung zwischen vier und acht Cent vorgesehen.

Dass die Entwicklung jedoch schon jetzt Auswirkung auf das Kauf- und Konsumverhalten hat, darin stimmen Tabakwarenhändler und Raucher überein, wie die RK/VN-Redaktion in der Rotenburger Innenstadt herausgefunden hat.

„Das merkt man schon ganz deutlich“, erzählt Gabi Junge vom Fachgeschäft Tabak-Hei an der Großen Straße. Ihrer Beobachtung nach würden immer mehr Kunden zum Selbstdrehen übergehen. „Die ganz Hartgesotteten sagen sich ‚Was soll’s und bleiben ihrer Zigarettenmarke treu“, weiß die Verkäuferin und fügt hinzu: „Die würden auch zehn Euro für ihre Schachtel bezahlen.“ Allerdings: Allein durch den Verkauf von Tabakwaren könne man das Geschäft schon lange nicht mehr aufrechterhalten. „Die Zahl der Raucher hat schon deutlich abgenommen“, so Junge.

Für den Bundesverband Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller (BDTR) sei es nach der jüngsten Preiserhöhung noch zu früh für Tendenzen: „Wir müssen die kommenden Monate abwarten, bis die Ware mit den alten Preisen komplett vom Markt verschwunden ist, das geht natürlich nicht von heute auf morgen“, teilte ein Sprecher des Verbandes auf Anfrage mit.

„Teurer und weniger Inhalt, das ist nicht in Ordnung,“ meint Marika Wolta, selbst Raucherin. Der Rotenburgerin ist schon länger aufgefallen, dass der Griff zum Glimmstängel für sie zu einem kostspieligen Laster geworden ist. „Ich habe deswegen schon aufgehört, bin dann aber wieder rückfällig geworden“, gesteht sie. Michael Bomm, ebenfalls aus der Wümmestadt, findet, dass die preisliche Obergrenze schon längst erreicht ist. „Ich würde nie im Leben zehn Euro für eine Schachtel hinblättern“, sagt er. Ab Anfang August, so Bomm, wolle er endlich mit dem Rauchen aufhören. „Das ist nicht nur vernünftig, sondern tut auch der Gesundheit gut und kostet keinen Cent.“

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