Nach dem Feuerwehrausschuss: Gemeindekommando bezieht zum Zehn-Jahres-Plan Stellung

Auch künftig allzeit einsatzbereit

Erläuterten, wo die Reise hingeht (v.l.): Gemeindebrandmeister Stefan Podendorf, Westervesedes Ortsbrandmeister Heiner Wehrmann und der Sicherheitsbeauftragte der Gemeindefeuerwehr Reinhold Wedel. ·
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Erläuterten, wo die Reise hingeht (v.l.): Gemeindebrandmeister Stefan Podendorf, Westervesedes Ortsbrandmeister Heiner Wehrmann und der Sicherheitsbeauftragte der Gemeindefeuerwehr Reinhold Wedel. ·

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Ob Technik, Ausstattung, sanitäre Anlagen oder Platzangebot – in den meisten Feuerwehrhäusern der Gemeinde brennt es an allen Ecken und Enden, die in die Jahre gekommenen Gebäude erfüllen nicht den heutigen Anforderungen.

Die Feuerwehrunfallkasse (FUK) hat eine lange Mängelliste erstellt, die die Verwaltung, sofern die Politik zustimmt, in einem vom Gemeindekommando der Scheeßeler Brandschützer erstellten Zehn-Jahres-Plan für insgesamt rund vier Millionen Euro bis 2024 abarbeiten will (wir berichteten). Wo die Reise konkret hingehen soll, erläuterten jetzt Funktionäre des Kommandos im Beisein von Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele beim Pressegespräch im Rathaus.

Das hat selbst den erfahrenen Sicherheitsbeauftragten der Gemeindefeuerwehr überrascht: „Wenn einem ein externer Experte den Blickwinkel von außen eröffnet, muss man feststellen, dass sich bei den gesetzlichen Bestimmungen im Feuerwehrwesen viel geändert hat.“

Reinhold Wedel spielt auf den Prüfbericht an, den die FUK nach einer Begehung der Feuerwehrhäuser im Herbst 2012 vorgelegt hatte. Selbst die Beleuchtung sowie die Außenbereiche, erläutert Wedel, seien in dem Papier beanstandet worden. „Inzwischen ist sogar eine Extra-Spur für einfahrende Fahrzeuge vorgeschrieben, damit ausfahrende nicht behindert werden können.“

Und damit nicht genug, würden doch auch separate Umkleideräume zu den erforderlichen neuen Standards gehören, wie Heiner Wehrmann, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Westervesede, ergänzt. Nur: „Das kann man in den jetzigen Häusern so nicht verwirklichen, da müsste man einen Neubau tätigen.“ 

Genau wie Reinhold Wedel und Gemeindebrandmeister Stefan Podendorf, der ebenfalls zu dem Zehn-Jahres-Plan Stellung bezog, zeigt er sich der Verwaltung gegenüber dankbar, dass sie auch zusätzliche Maßnahmen wie Sozialtrakte und Toiletten mit in den Katalog aufgenommen habe, die dann in Form eines Moduls an ein vorhandenes Gebäude angesetzt werden können. Dies, so Wehrmann, geschehe je nach Möglichkeit, die die Grundstücke bieten.

Überhaupt, betonte Podendorf, laufe die Zusammenarbeit zwischen Gemeindekommando und Rathaus „hervorragend“. Das sieht auch Dittmer-Scheele so, die die Äußerungen rund um das Thema, wie sie jüngst im Feuerwehrausschuss gefallen sind – seinerzeit hatte Ratsherr Knut Nagel von der Gruppe 57 die Scheeßeler Feuerwehr als ein „Opfer der Sparpolitik“ bezeichnet und moniert, dass in der Vergangenheit falsche Prioritäten gesetzt wurden – als äußert lebhaft bezeichnete.

„Das etwas zu tun ist, ist klar, aber auch das hat nicht die Dramatik, die teilweise rüberkam“, sagt sie. „Wenn man sich landkreis- und bundesweit umsieht, sind alle Feuerwehrhäuser kleinerer Wehren historisch gewachsen, da gibt es sicher eine ganze Menge, die vergleichbar sind.“

Der vom Gemeindekommando vorgeschlagenen Investitionsplan, den der Fachausschuss bereits einstimmig empfohlen hat, sieht vor, dass fünf neue Feuerwehrhäuser gebaut werden, unter anderem in Ostervesede und Sothel.

Mit Blick auf die rund vier Millionen Euro, die die Gemeinde im Laufe der nächsten zehn Jahre für Fahrzeuge, Häuser und Grundstücke an allen Standorten nach einem Prioritätenplan investieren muss, sagt die Verwaltungschefin: „Das hört sich viel an, wenn man aber bedenkt, dass wir in den letzten zehn Jahren 29 Millionen Euro investiert haben, ohne einen Cent Kredit aufzunehmen, relativiert sich das auch schon wieder ein bisschen.“

Trotz des schlechten Zeugnisses – laut Wedel sei die Stimmung in allen Ortswehren nach wie vor gut. „Wir waren immer einsatzbereit, wir sind heute einsatzbereit und wir werden es in den kommenden Jahren auch noch sein“, betont Wedel. Schon vor dem FUK-Gutachten habe man hier und dort in die Scheeßeler Feuerwehrhäuser investiert.

Weshalb bisher nicht flächendeckend über eine Modernisierung der Häuser nachgedacht worden sei, begründet sein Kollege Heiner Wehrmann so: „Feuerwehrleute sind ja gleichzeitig auch Bürger, deren Gelder dazu verwand werden, deren Feuerwehrhäuser zu bauen. Ihr Bestreben ist es, gar nicht aufzufallen und nicht so viele Kosten zu verursachen.“ · lw

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