Ohne breiten Konsens keine Zuschüsse / „Übungsmuseum“ für die Leuphana?

Arbeitstitel „Heimathaus“

Erste Stadträtin Ute Scholz hofft auf einen breiten Konsens über die zukünftige Nutzung des „Heimathauses“ an der Burgstraße.

Rotenburg - ROTENBURG (sf) · Das große Fachwerkhaus an der Burgstraße wird seinen Namen „Heimatmuseum“ wohl einbüßen. Unter dem Arbeitstitel „Heimathaus“ hat Erste Stadträtin Ute Scholz Ausschau gehalten nach Fördermöglichkeiten, um das historische Gemäuer erstens in Schuss zu halten und zweitens mit Leben zu füllen. Eines sei dabei deutlich geworden, verriet Ute Scholz gestern beim Pressegespräch im Rathaus: Ohne ein schlüssiges Nutzungskonzept, ohne einen breiten Konsens in Politik und Gesellschaft ist nicht an Zuschüsse zu kommen.

Beim Landschaftsverband in Stade sei sie vorstellig geworden und bei der Beratungsstelle für EU-Fördermittel. Dabei sei deutlich geworden, es mache keinen Sinn Förderanträge zu stellen ohne selbst zu wissen, wohin die Reise fürs Heimathaus („ein richtiges Museum war’s ja eigentlich nie“) nun eigentlich gehen soll. Um die entscheidende Frage zu klären, habe sich die Stadt der Hilfe von Prof. Dr. Torsten Kirstges von der Fachhochschule in Wilhemshaven versichert. Der Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Tourismuswirtschaft wird jetzt einen Fragebogen entwickeln, um zu erfahren, welche Erfahrungen die Rotenburger Bürgerinnen und Bürger mit „ihrem“ Heimatmuseum gemacht haben und welche zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten sie sich vorstellen können. Mitte Februar soll der Fragebogen an alle Kreisstädter Haushalte verteilt werden, geantwortet wird durch Ankreuzen vorgegebener Alternativen. Gefragt wird aber auch nach dem eigenen Interesse, sich für das Haus zu engagieren. Die Fragebögen werden elektronisch ausgewertet, im April sollen die Ergebnisse auf dem Tisch liegen. Danach soll in Workshops erarbeitet werden, wie man denn das „Schmuckstück“ zu einem „zentralen Treffpunkt für alle Rotenburger“ weiterentwickeln könne.

Eingebunden in die Überlegungen ist auch Mike Leibner, der sich ehrenamtlich ums Veranstaltungsmanagement für das Heimatmuseum kümmert. Die Bemühungen, einen Nachfolgeverein für den in Liquidation befindlichen Heimatbund zu gründen, wurden erst einmal auf Eis gelegt.

Ute Scholz hat noch ein weiteres Eisen im Feuer. Sie könne sich vorstellen, aus dem Gebäude ein „Übungsmuseum“ zu machen, als Ausbildungsstätte für angehende Kulturwissenschaftler. Ihre Gesprächspartner von der Leuphana-Universität in Lüneburg stünden den Überlegungen durchaus positiv gegenüber, sagt Scholz. So eine „Trainungswerkstatt“ passe ins akademische Konzept.

Demnächst, blickt Scholz in die nähere Zukunft, werde man auf dem Flett ein weiteres Trauzimmer einrichten, um auch größeren Hochzeitsgesellschaften die Teilnahme an der standesamtlichen Zeremonie zu ermöglichen. Die ehemalige Tischlerwerkstatt auf dem Heimatbundgelände werde mittlerweile von den Teilnehmern an Projekten unter der Regie des Kaufhauses Rotenburg (Karo) als Sozialraum genutzt. Es sei daran gedacht, neben der Zufahrt einen rollstuhlgerechten Weg anzulegen und den Brunnen wieder herzurichten.

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