„Verhandlungsergebnis sieht wesentliche Verbesserungen vor“

Arbeitskampf bei Neupack nach acht Monaten beendet

Nach acht Monaten ist der Streik bei Neupack in Rotenburg beendet. · Archivfotos: Goldstein
+
Nach acht Monaten ist der Streik bei Neupack in Rotenburg beendet. · Archivfotos: Goldstein

Rotenburg - Seit November 2012 kämpften die Beschäftigten der Firma Neupack aus Rotenburg und Hamburg mit Hilfe der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) gegen die herrschenden Arbeitsbedingungen bei ihrem Arbeitgeber (RK/VN berichtete).

Für die Neupack-Mitarbeiter gibt es jetzt mehr „Kohle“.

Nach acht Monaten Arbeitskampf ist der Gewerkschaft nun der Durchbruch gelungen. Die IG BCE erklärt, dass die Verhandlungen mit dem Verpackungshersteller Neupack für beide Werke in Hamburg und Rotenburg am Mittwoch erfolgreich abgeschlossen wurden. Damit ist einer der längsten Streiks in der jüngsten Geschichte beendet. „Das in der Nacht zum Mittwoch erzielte Ergebnis sieht wesentliche Verbesserungen vor“, erklärte Ralf Becker, der Verhandlungs- und Streikleiter von der IG BCE. Einzelheiten soll es auf der heutigen Mitgliederversammlung in Hamburg geben. Der Vertrag sehe vor allem wesentliche Verbesserungen beim Entgelt vor, enthält Regelungen über die Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich und schaffe gerechte sowie vergleichbare Arbeitsbedingungen, teilte die Gewerkschaft mit.

Lesen Sie hier mehr zur Vorgeschichte des Neupack-Streikes

Damit breche für die Arbeitnehmer eine neue Zeit bei Neupack an, heißt es von Seiten der IG BCE. Das bedeute im einzelnen, dass die Funktions- und Tätigkeitsbeschreibungen aller Produktionsmitarbeiter fertig gestellt seien. Damit sei eine Vergleichbarkeit der Arbeitsplätze gegeben. Über alle Eingruppierungen konnte Einigkeit erzielt werden. In der neuen Betriebsvereinbarung zum Entgeltsystem sind Regelungsabreden zum Urlaubsgeld und die Tätigkeitsgruppen definiert. Viele Beschäftigte kommen dadurch in Tätigkeitsgruppen, die einen höheren Lohn nach sich ziehen. Zudem wurde vereinbart, eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich.

„Der Lohn beginnt jetzt bei mindestens neun Euro pro Stunde (zuvor 7,80 Euro) und endet bei mehr als 18 Euro“, heißt in der Pressemitteilung. Nach Unterzeichnung tritt das Gesamtpaket zum 1. August 2013 in Kraft. Ralf Becker verspricht: „Allen Mitarbeitern werden die sie betreffenden Ergebnisse individuell und schriftlich vom Arbeitgeber zur Zustimmung vorgelegt. Damit erhalten sie endlich ein einklagbares Recht und garantierte Sicherheit in den Arbeitsbedingungen.“

Jan Eulen, Leiter des IG-BCE-Bezirks Hamburg, erklärt dazu: „Entscheidend in diesem Arbeitskampf waren der starke Wille und das bewundernswerte Durchhaltevermögen der Beschäftigten. Wir danken auch allen Unterstützern für die zahlreichen, solidarischen und immer wieder ermutigenden Aktivitäten.“ · go

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Näher dran

Näher dran

Näher dran
Autofahrerin verletzt sich bei Unfall auf Glatteis schwer

Autofahrerin verletzt sich bei Unfall auf Glatteis schwer

Autofahrerin verletzt sich bei Unfall auf Glatteis schwer
In Ostervesede gestrandeter „Circus May” ist immer noch auf Spenden angewiesen

In Ostervesede gestrandeter „Circus May” ist immer noch auf Spenden angewiesen

In Ostervesede gestrandeter „Circus May” ist immer noch auf Spenden angewiesen
Rotenburger Haushalt 2022 verzögert sich

Rotenburger Haushalt 2022 verzögert sich

Rotenburger Haushalt 2022 verzögert sich

Kommentare