SPD und CDU erteilen Blick hinter die Kulissen der Verwaltung eine Absage

Amtsleiterrunde künftig ohne Ratsmitglieder

Visselhövede - Von Jens Wieters. Jeden Montag um 14 Uhr treffen sich die Amtsleiter der Visselhöveder Stadtverwaltung, um gemeinsam mit der Bürgermeisterin Franka Strehse über viele Dinge zu sprechen, die die Stadt betreffen.

Mit dabei war zuletzt auch regelmäßig Bürgermeisterkandidat Eckhard Langanke, weil Ratsmitglieder zugelassen waren. Jetzt allerdings nicht mehr. Im Verwaltungsausschuss wurde nämlich auf Betreiben der CDU und der SPD festgelegt, dass die Volksvertreter künftig draußen bleiben müssen.

Böse Zungen in der Stadt behaupten nun, dass diese neue Regelung nur aus dem Grunde greifen soll, damit Langanke keinen Informationsvorsprung vor Ralf Goebel hat, dem anderen Kandidaten für das Bürgermeisteramt. Letzterer ist zwar genau wie Langanke ein Einzelbewerber, allerdings hatten sich beide großen Parteien bereits im vergangenen Jahr dafür ausgesprochen, Goebel bei seiner Kandidatur zu unterstützen.

„Es geht uns überhaupt nicht darum, dass wir irgendjemanden aus dieser Amtsleiterrunde entfernen wollen“, betont CDU-Fraktionschef Dieter Carstens. Auch könne keine Rede von einem taktischen Wahlkampfmanöver sein.

Er sehe absolut keine „Notwendigkeit“, dass Ratsmitglieder so intensiv in die Arbeit der Verwaltung eingebunden würden. „Dort werden sicherlich auch mal Dinge besprochen, die nicht in die Ohren der Stadträte gehören“, vermutet der Jeddinger, der nach eigenen Angaben „noch nie an dieser Sitzungsrunde teilgenommen hat“.

Bürgermeisterin Franka Strehse (SPD) hatte mit der offenen Amtsleiterrunde vor einigen Jahren begonnen, um mehr „Transparenz“ in die Verwaltungsarbeit zu bekommen. „Mittlerweile ist allerdings aus dieser Transparenz eine Konkurrenz geworden“, gibt die Bürgermeisterin unumwunden zu.

Allerdings: „Ich finde es gut, dass diese breit mehrheitlich getragene Entscheidung jetzt so gefallen ist. Es wäre vielleicht besser gewesen, dass ich schon im Vorfeld angekündigt hätte, dieses Art der offenen Ratsarbeit ab einem bestimmten Zeitpunkt vor Wahlen auszusetzen.“

Die Nachfrage unserer Zeitung, ob das Gerücht, schließlich tagt der Verwaltungsausschuss nichtöffentlich, stimme, dass es die Amtsleiter störe, wenn Ratsmitglieder dabei seien, ließ Strehse unbeantwortet. Nur soviel: „Wenn die Besuche nicht regelmäßig sind, muss man manche Sachverhalte wieder neu erläutern. Und das kostet Zeit, die wir nicht haben.“

Lothar Cordts (SPD) beteuert ebenfalls, dass die Entscheidung gegen den Besuch der Ratsmitglieder nichts mit der Bürgermeisterwahl zu tun habe. „Ich hatte selber das Gefühl, dass nicht ganz offen geredet wurde, wenn Ratsmitglieder dabei sind“, so Cordts, der selber einige Male die Runde besucht hatte. „Ich glaube auch nicht, dass sich ein Kandidat dort Wissen aneignen könnte, um es für sich zu nutzen.“

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