EU-Politiker Lange inspiziert Projekte / Hoffen auf die neue Förderperiode

Alle wollen die Europa-Euros

Der Bürgerpark Visselseen gehört zu den Projekten, die durch EU-Gelder finanziert wurden. Bürgermeisterin Franka Strehse und Hohe-Regionalmanager Guido Pahl (r.) informierten Euro-Parlamentarier Bernd Lange über die Verwendung des Geldes. ·
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Der Bürgerpark Visselseen gehört zu den Projekten, die durch EU-Gelder finanziert wurden. Bürgermeisterin Franka Strehse und Hohe-Regionalmanager Guido Pahl (r.) informierten Euro-Parlamentarier Bernd Lange über die Verwendung des Geldes. ·

Visselhövede - Von Jens Wieters. Schon lange vorbei sind die Zeiten, als die Einwohner Wünsche äußerten und die Stadt Visselhövede sie umsetzen konnte, ohne mit der Wimper zu zucken – sprich, ohne die Hand schützend über das Portmonee zu halten. Heute können Projekte außerhalb des Notwendigsten nur noch über Fördermittel – fast immer durch EU-Geld – realisiert werden.

Wie die Europa-Euros in den vergangenen Jahren eingesetzt wurden, darüber machte sicher gestern Mittag der EU-Parlamentarier Bernd Lange (SPD) ein Bild.

Und der Burgdorfer hatte eine gute Nachricht im Gepäck, denn auch für die kommende Förderperiode wird der „ehemalige Regierungsbezirk Lüneburg in Relation gesehen mit mehr Geld ausgestattet als der Rest des Landes Niedersachsen“. Das betreffe zumindest den Fördertopf für die Entwicklung des ländlichen Raums.

Zwar flössen in anderen Bereichen die Gelder nicht mehr so üppig von Brüssel in den Norden Deutschlands, weil „enger eingezäunt“ werde, aber es blieben immer noch viele Möglichkeiten, um private und kommunale Investitionen durch einen beachtlichen Förderbetrag aufzustocken. „Wir haben dabei vor allem Unternehmen mit innovativen Ideen im Blick, aber auch Maßnahmen zur Einsparung von Kohlendioxid in öffentlichen Gebäuden“, versuchte Lange der Visselhöveder Bürgermeisterin Franka Strehse (SPD), Dämmmaßnahmen schmackhaft zu machen.

Die unterstrich, dass die Stadt alleine aus dem Efre-Topf eine Million Euro bekommen habe, die in viele sinnvolle Projekte verbaut wurden. So seien der Umbau des Holzbahnhofs, der Bürgerpark Visselseen mit den vielen Freizeitattraktionen oder auch das Haus der Bildung zu großen Teilen aus verschiedenen EU-Töpfen bezahlt worden.

„Im Idealfall verzahnen sich einige Fördermöglichkeiten wie bei den Visselseen, wo Geld ebenso aus dem Efre-Portmonee kam wie aus der Kasse der Leader-Region“, nennt Strehse die Hohe Heide als ein gutes Beispiel.

Deren Regionalmanager Guido Pahl tüftelt zurzeit an einem Konzept für die Bewerbungsmappe, um gemeinsam mit den Protagonisten aus den Dörfern und Städten der Hohen Heide erneut in den Genuss einer sechsjährigen Förderperiode zu kommen.

Bewerbungsmappe wird erstellt

„Das erste große Treffen ist in rund zwei Wochen geplant“, so Pahl, der ebenso wie Strehse hofft, dass „Anfang 2015 eine positive Antwort aus dem Hannoveraner Landwirtschaftsministerium kommt, das die Verteilung der Gelder für die EU übernimmt.

In der gerade beendeten Förderperiode hieß das Zauberwort „Bürgerbeteiligung“, das letztlich wohl für den Zuschlag an die Hohe Heide sorgte. Um die strenge Jury erneut zu überzeugen, machen sich kluge Köpfe in den Rathäusern erneut über ein Top-Thema Gedanken.

„Bisher gibt es den Arbeitstitel überörtliche Bürgerkommunikation. Das heißt aber nichts anderes, als durch verschiedene Maßnahmen versucht werden soll, dem demografischen Wandel auf dem Land entgegenzuwirken“, erläutert Pahl.

„Das könnten Maßnahmen wie günstiges Bauland für Familien, das Angebot von Kinderkrippen, Ganztagsschulen oder einem Hort sein“, ergänzt Strehse, die ebenfalls hofft, abermals in die Förderperiode zu rutschen.

Allerdings haben die vielen EU-Euros einen kleinen Haken. Denn auch wenn es für besondere Projekte bis zu 75 Prozent Förderung gibt, muss jedes Dorf und jede Stadt die Co-Finanzierung sicherstellen. Und das ist bekanntlich in Visselhövede nicht ganz einfach – zumal sich der Stadtrat einem Entschuldungskurs verschrieben hat. „Darum müssen wir bei jeder Maßnahme genau gucken, und sie muss von einer breiten Mehrheit in der Politik getragen und von der Bevölkerung akzeptiert werden“, so Strehse.

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