In Horstedt entsteht ein Wohnprojekt / Zusammenleben mehrerer Generationen

Alle unter einem Dach

Sofie (v.l.), Marie, Katharina, Gea und Benjamin Schouten sowie Jeanette Jordan und Gabriele Schäfer freuen sich, wenn das Wohnprojekt in Horstedt umgesetzt werden kann. ·

Sottrum - HORSTEDT · Während früher mehrere Generationen unter einem Dach selbstverständlich waren, ist dieser Lebensstil heute eher die Ausnahme. Da aber Jung und Alt vom Zusammenleben profitieren können, soll in Horstedt in absehbarer Zeit ein Wohnprojekt auf die Beine gestellt werden.

„Meine Idee, Menschen verschiedenen Alters zusammenzuführen und dabei besonders jungen Menschen, die noch ihre eigene Qualifikation entdecken müssen, zu helfen, ist schon alt“, sagt Initiatorin Gea Schouten. Die studierte Medizinerin beschäftigt sich seit der Geburt ihres zweiten Kindes mit Entwicklungsstörungen. Die 63-jährige gebürtige Holländerin gründete im Laufe der Jahre nicht nur zahlreiche Initiativen und eine Schule, an der Kinder besonders gefördert werden, sondern sie unterrichtete dort auch selbst.

Aus ihren Erfahrungen weiß die praktische Anthroposophin, dass für eine missglückte Schullaufbahn oft mangelndes Selbstbewusstsein verantwortlich ist. „Durch Erfolge in praktischen Tätigkeiten kann das Lernen erheblich einfacher sein“, weiß Gea Schouten. „Oft ist ein hohes Potential an intellektuellen Fähigkeiten vorhanden.“

Vertraut ist sie auch mit der Situation, wenn mehrere Generationen zusammen wohnen, denn die Holländerin holte damals ihre Mutter aus dem Pflegeheim nach Hause. „Ältere Menschen finden einen Platz, an dem sie ihr Wissen und ihre Fähigkeiten weitergeben können sowie bei Bedarf Hilfe und Unterstützung erfahren“, so die Holländerin.

Seit 2008 nimmt ihr Wohnprojekt immer konkretere Formen an. Zu dieser Zeit erwarben Sohn und Schwiegertochter in Horstedt ein Haus. „Wir suchten gezielt im Umkreis von Ottersberg und haben in Horstedt ein Anwesen gefunden, das Potential für ein Wohnprojekt bietet“, sagt Katharina Schouten, die ihren Beruf als Sozialpädagogin derzeit gegen den Vollzeitjob als dreifache Mutter eingetauscht hat.

Bevor sie aktiv wurden, war es ihnen wichtig, die Nachbarschaft und die Dorfgemeinschaft kennenzulernen. „Hier ist eine gute Nachbarschaft. Es ist schon ein Stück weit Lebensgemeinschaft, es darf aber noch bunter werden“, meint Gea Schouten. Besonders wichtig ist es ihr, dass dies „in Freiheit“ erfolgt. Mit im Boot sind inzwischen Gabriele Schäfer und Jeanette Jordan. Unter dem Arbeitstitel „Zusammen leben neu gestalten“ haben sie schon einige Ideen ausgearbeitet.

So wurde als Ziel „die Bildung einer generationsübergreifenden, multikulturellen Gemeinschaft auf Basis der sozialen Dreigliederung nach Rudolf Steiner“ formuliert. Auch über die Finanzierung haben sie sich Gedanken gemacht. Nach dem Vorbild der Trias-Stiftung sollen die Interessenten über Mietkauf ihre Anteile erwerben. Kontakt zur Volksbank Sottrum hat Gea Schouten bereits aufgenommen. Die Genossenschaftsbank, mit der sie schon ein Gespräch geführt hat, stehe dem Wohnprojekt wohlwollend gegenüber. „Die Bank ist für die Menschen da“, sagt die 63-Jährige. Jungen Menschen, die nur kurze Zeit dort leben, soll dies über die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ermöglicht werden.

Weitere Objekte in Horstedt, die in Frage kommen könnten, hat die Initiative bereits ins Auge gefasst. Um Interessierten das Konzept vorzustellen, wird für Sonnabend, 20. August, um 15 Uhr zu einer Infoveranstaltung an die Dorfstraße eingeladen. Für eine bessere Planung wird um Anmeldungen bis zum 16. August unter Telefon 04288/ 998994 oder über Ruf 0172/ 1031336 gebeten. · ho

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