TÜV bemängelt Sicherheit / Neuanschaffung geplant

Abbau der Skateranlage ärgert nicht nur Jugendliche

Die Skater machten ihrem Unmut Luft. ·
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Die Skater machten ihrem Unmut Luft. ·

Visselhövede - „Ich hab zuerst gedacht, dass ist ein verspäteter Aprilscherz“, machte André Woltschenko, Vorsitzender des Jugendfördervereins gestern Morgen seinem Ärger Luft.

Doch nicht nur er ist sauer, auch die Jugendlichen an der Vissel fühlen sich von der Verwaltung hintergangen. Der Grund: Auf Anweisung aus dem Rathaus bauten Mitarbeiter des Bauhofes die Skateranlage ab, was die jungen Nutzer allerdings erst nach Ende der Arbeiten mitbekamen – und sich am Donnerstagnachmittag spontan zu einem Flashmob vor dem Rathaus trafen. Dort machten die Jugendlichen lautstark auf sich aufmerksam und forderten ein Gespräch mit Bürgermeisterin Franka Strehse. „Das ist echt unfair. Wir haben die Anlage doch vor einigen Wochen erst repariert“, beklagt sich Leon Müller, einer der jugendlichen Skater.

Bürgermeisterin Franka Strehse äußerte gestern Morgen im Gespräch Unverständnis über die Aktion der Jugendlichen, die auf ein spontanes Treffen mit ihr gehofft hatten. „Sie hätten vorab lieber anrufen und einen Termin ausmachen sollen. Das eine Bürgermeisterin spontan Zeit hat, ist nur sehr selten der Fall.“ Am meisten ärgerte sich die Verwaltungschefin allerdings über Berichte über Schmierereien, die während des Flashmobs entstanden sein sollen. „Das finde ich echt übel. Die Verursacher haben über das Wochenende Zeit das wegzuputzen, sonst erstatten wir am Montag Anzeige“, machte Strehse klar.

Im Gespräch machte sie außerdem deutlich, dass eine Sicherheitsprüfung den Ausschlag für den Abbau gegeben habe. „Die Anlage ist nicht durch den TÜV gekommen, deshalb mussten wir diese unverzüglich abbauen“, schilderte Strehse. Und auch wenn sich viele Ehrenamtliche, auch aus dem Präventionsrat, sehr um die Anlage bemüht hatten, seien die Mängel doch zu massiv gewesen. „Das kann man mit einem Auto vergleichen, an dem man mit seinen Kumpel rumgeschraubt hat, und das dann doch nicht durch den TÜV kommt“, erklärte die Verwaltungschefin.

Kritiker des Abbaus monierten gestern die Informationspolitik der Verwaltung, ein Eindruck, den Strehse so nicht bestätigen konnte. „Wir haben den Präventionsrat in seiner Sitzung diese Woche über das Gutachten und den Abbau informiert“, so die Bürgermeisterin.

Gustav Stegmann, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Jugend, Schule und Ausbildung des Präventionsrates, hat den Ablauf der Aktion jedoch anders in Erinnerung: „Ich war von dem Abbau negativ überrascht und hätte mir eine bessere Kommunikation gewünscht. Auch wenn es nachvollziehbare Gründe für die Entscheidung der Verwaltung gibt, hätten wir vorher darüber reden sollen“, gibt Stegmann zu bedenken. Auch Enno Precht, Fraktions chef der Grünen im Stadtrat, äußerte Unverständnis über den überstürzten Abbau. „Selbst wenn die Bürgermeisterin im Recht ist, beweist sie wieder mal, dass ihr das nötige Fingerspitzengefühl fehlt“, so Precht, der von den Geschehnissen ebenfalls überrascht wurde.

Obwohl eine gemeinsame Aufräumaktion mit den Jugendlichen vor etwa drei Wochen nun doch umsonst war, will Stegmann die Skateranlage nicht aufgeben. „Die Anlage liegt dem Präventionsrat sehr am Herzen, deshalb werden wir uns um Ersatz bemühen“, machte er deutlich. „Es steht außer Frage, dass es wieder eine Anlage geben wird“, versprach auch Strehse. · ban / woe

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