Gästeführer unterwegs

Ab 4. Juli: Verlässliche Stadtführungen durch Rotenburg

Jeden Samstag werden die Gästeführer verlässlich unterwegs sein. Benjamin Roolfs und Almuth Quehl stellen das neue Angebot vor. 
Foto: Beims
+
Jeden Samstag werden die Gästeführer verlässlich unterwegs sein. Benjamin Roolfs und Almuth Quehl stellen das neue Angebot vor. Foto: Beims
  • Ann-Christin Beims
    vonAnn-Christin Beims
    schließen

Rotenburg – Gästeführungen gibt es in der Stadt Rotenburg schon lange. Stadtführungen oder historische Führungen, geleitet von Almuth Quehl, der Ansprechpartnerin für die Südregion des Landkreises, und ihren Kollegen. Jetzt legt die Stadt nach, und die Gästeführer haben gemeinsam mit Benjamin Roolfs, dem Leiter des Info-Büros, ein neues Angebot ins Leben gerufen: Sie bieten ab dem 4. Juli verlässliche Stadtführungen jeweils samstags bis zum 10. Oktober an. An insgesamt 15 Terminen können maximal zehn Besucher pro Führung dann die „Perlen Rotenburgs“ entdecken, wie es Roolfs während eines Pressegesprächs im Rathaus nennt.

Die Führungen beginnen jeweils um 11 Uhr auf dem Pferdemarkt und dauern anderthalb Stunden. „Das passt sehr schön, dass die neuen Gästeführerinnen jetzt ausgebildet sind“, merkt Roolfs an. Außerdem sei durch verschiedenen Charaktere jede Führung ein wenig anders, jeder habe seine eigene Art, die Geschichte Rotenburgs wieder aufleben zu lassen und die schönen Ecken der Stadt zu präsentieren. „Jeder setzt eigene Schwerpunkte“, ergänzt Quehl, die ihrerseits seit 2006 dabei ist. 120 Unterrichtsstunden absolvieren Gästeführer, dann dürfen sie eigene Führungen leiten. Erst am Montag hatten zehn neue Gästeführer für den Landkreis ihre Urkunden überreicht bekommen. Zwei von ihnen leiten Samstag in Rotenburg ihre erste eigene Führung. „Wir freuen uns, dass neue Gesichter dabei sind und hoffen, dass noch welche nachziehen“, meint Quehl. Die Voraussetzung ist ganz einfach: Interesse. Historisches, politisches und wirtschaftliches Interesse sowie Spaß an der Kommunikation. „Das wird für einen selber auch nicht langweilig, man kann eigene Interessen einbringen“, so Quehl. „Unter unseren Neuen sind auch Urgesteine dabei, das wird sehr vielfältig.“

Die Idee dazu ist im vergangenen Jahr entstanden. Viele Städte bieten solche verlässlichen Führungen bereits an. In der Wümmestadt gab es diesbezüglich eine Lücke, die nun geschlossen werden soll. Das Projekt hätte schon früher anlaufen sollen, aber auch hier hat Corona den Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit nicht weniger Elan starten die Gästeführer nun wieder. Dabei gilt die Maskenpflicht und die Besucher sollen an die geltenden Abstandsregeln denken. Stand Donnerstagmittag dürfen zehn Teilnehmer dabei sein. Wann die Zahl erhöht werden kann, müsse man abwarten. Auch wie das Angebot ankommt, werde die Zeit zeigen, meint Roolfs. Bis sich so etwas etabliere, könnten drei Jahre vergehen – „das muss sich einspielen, dass zum Beispiel auch in Hotels darauf hingewiesen wird, wenn gefragt wird, was man hier machen kann – das muss langfristig in die Köpfe.“ Aber in einem ist sich Roolfs sicher: „Solche Inhalte bekommt man nicht aus einem Buch – es ist es wert, das anzubieten. Ob es nachhaltig angenommen wird, werden wir sehen, aber das hat viel Potenzial.“ Es sei ein Aushängeschild für Rotenburg und eine schöne Idee zum Beispiel für Tagestouristen. Aber auch Rotenburger können ihre Stadt neu entdecken. „Für mich waren viele Dinge neu, obwohl ich in Rotenburg aufgewachsen bin“, sagt Bürgermeister Andreas Weber (SPD). Und es gebe viele Orte, die geschichtlich relevant sind. „Was vor Ort ist, achtet man oft nicht als besonders, aber Rotenburg hat eine spannende Geschichte und die lohnt es sich, zu vermitteln“, stimmt Quehl zu.

Sollten für einen der Samstage mehr Besucher Interesse anmelden und Tickets kaufen beziehungsweise reservieren, könne aufgestockt werden, sodass es mehrere Führungen gibt, erklärt Quehl. Für alle anderen Tage könnten natürlich weiter wie bisher individuelle Termine für Gruppen vereinbart werden. Außerdem haben sich die Veranstalter für das Startjahr etwas überlegt: Jeder, der an einem der Samstage Geburtstag hat, kann kostenlos an der Führung teilnehmen. Außerdem sollen Neubürger künftig als Begrüßungsgeschenk ein Ticket für eine Führung erhalten. Als nächsten Schritt peilt das Info-Büro nun an, dass Tickets auch online gebucht werden können – dazu fehlen die Voraussetzungen aber noch.

Nur eine Sache, die fehlt jetzt noch: „Ich würde gerne jemanden überreden, den Nachtwächter zu machen“, erzählt Quehl. Sofort richten sich mehrere Augenpaare auf den Bürgermeister, der demnächst dann ja ein wenig mehr Zeit haben wird – aber er winkt erstmal lachend ab.

Tickets für die Stadtführungen

Tickets für die Stadtführungen gibt es im Rotenburger Info-Büro im Rathaus oder am Tag der Führung direkt bei den Stadtführern. Es empfiehlt sich aber, die Karten bereits vorher zu besorgen, erklärt Info-Büro-Leiter Benjamin Roolfs. Wer das nicht vor Ort erledigen kann, könne sich die Tickets telefonisch reservieren lassen, Roolfs und seine Kolleginnen hinterlegen diese dann. Erwachsene zahlen für eine Führung sechs Euro, Kinder und Jugendliche sind bis zum 18. Lebensjahr kostenlos dabei. Inhaber der Ehrenamtskarte zahlen ermäßigt vier Euro. Maximal zehn Besucher können an einer Tour teilnehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Rückkehr nach Mallorca - ein Erfahrungsbericht

Rückkehr nach Mallorca - ein Erfahrungsbericht

Schöne Picknick-Plätze in Deutschland

Schöne Picknick-Plätze in Deutschland

Wie man Backups und Datenumzüge meistert

Wie man Backups und Datenumzüge meistert

Mit der App auf Motorrad-Tour

Mit der App auf Motorrad-Tour

Meistgelesene Artikel

Das Paket ist geschnürt

Das Paket ist geschnürt

Der nächste Schritt zum Windpark

Der nächste Schritt zum Windpark

Eine wichtige Rolle

Eine wichtige Rolle

Rotenburger Bundeswehrstandort richtet Familienbetreuungsstelle ein

Rotenburger Bundeswehrstandort richtet Familienbetreuungsstelle ein

Kommentare