Gasthof Buchholz wird abgerissen / Land Niedersachsen als Verkäufer / Apfelernte statt Apfelkorn

150 Jahre Kneipenleben beendet

Der Schriftzug ist bereits Geschichte.

Visselhoevede - VISSELHÖVEDE (jw) · Die Zapfhähne wurden schon vor zwei Jahren nach oben gedreht, jetzt gibt es auch das Drumrum nicht mehr: Der Abrissbagger leistet zurzeit ganze Arbeit am Gasthof Buchholz an der Visselhöveder Bahnhofstraße.

Aufmerksame Beobachter der Ausräumarbeiten und passionierte Biertrinker hatten in den vergangenen Tagen gehofft, dass demnächst wieder ein Feierabend-Pils eingeschenkt wird, und dass man tatsächlich doch noch einmal „alle Neune“ auf der zum Gasthof gehörenden Bahn kegeln kann. Doch als gestern der Bagger anrückte, wurden diese Hoffnungen im Keim erstickt. „Nein“, sagt Heinz Buchholz, der neue Eigentümer, „eine Kneipe werden wir nicht bauen. Das Grundstück wird einfach ein neuer Teil unserer Gartens.“

Der Nachbar der Gaststätte, dessen Vorfahren vor 150 Jahren das Geschäft eröffneten, hatte das marode Gebäude samt 1000 Quadratmetern Grundstück nach einem komplizierten Verfahren dem Land Niedersachsen abgekauft. Dass selbst die Landesregierung im entferntesten Sinne die Finger mit im Spiel hatte, liegt daran, dass der letzte Eigentümer keine direkten Nachfahren hatte, beziehungsweise eine Verwandte nach seinem plötzlichen Tod 2009 das Erbe nicht antreten wollte. Wen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, fallen Immobilien in solch einem Fall dem Landesvermögen zu.

Das Land wiederum übergab einer Verdener Rechtsanwältin die Aufgabe, das Gebäude samt Grundstück zu verkaufen. „Und das hat jetzt endlich geklappt“, so Heinz Buchholz, der in den vergangenen Tagen „Unmengen von Papier und Biergläsern“ aus dem Haus geholt hatte. „Eine Sanierung hätte sich absolut nicht mehr gelohnt. Das Haus war von vorne bis hinten Schrott und wurde nur noch durch die Dachbalken zusammengehalten.“

Wenn vom Gebäude nichts mehr zu sehen ist, wird Familie Buchholz, die selbst noch bis 1956 über der Kneipe wohnte, auf dem Grundstück einen „schönen Garten mit einer Obstbaumwiese“ anlegen. Dann kann man dort leckere Äpfel ernten, statt wie früher Apfelkorn zu trinken.

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