Schweizer Firma spendete Ware nach der Insolvenz eines Frischedienstes

Zwölf Tonnen Lebensmittel für die Tafeln der Region

Benjamin Heinemann (3.v.l.) und Peter Krönung (r.) in der Gefrierkammer mit einem Teil der Waren. ·
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Benjamin Heinemann (3.v.l.) und Peter Krönung (r.) in der Gefrierkammer mit einem Teil der Waren. ·

Wildeshausen - Des einen Unglück ist des anderen Glück. Insgesamt zwölf Tonnen gefrorene Lebensmittel und Nudelprodukte mit langer Haltbarkeit wurden nach der Insolvenz der Firma Frischdienst Wilkens in Wildeshausen im August frei. Nun profitierten die Tafeln aus Wildeshausen, Twistringen, Cloppenburg, Delmenhorst, Nordhorn, Schwanewede und Lilienthal davon.

Sie fuhren gestern mit ihren Transportern an der Daimler Straße vor und nahmen die wertvolle Ware auf. Das leergeräumte Lager kann nun voll von der Firma Frischdienst Heinemann genutzt werden, die den Betrieb und die Angestellten von Wilkens bereits am 26. September übernommen hatte. Frikadellen, Kartoffelprodukte, Nudeln und gefrorenes Gemüse waren noch von der Vorgängerfirma geordert worden, bevor die Insolvenz bekannt wurde. Die Ware war noch nicht bezahlt, so dass sie nicht zur Insolvenzmasse gehörte und damit weiter im Besitz der Liefer-Firma „InterAval“ in der Schweiz verblieb. Das Unternehmen hätte aber einen zu großen und zu teuren logistischen Aufwand gehabt, um die Lebensmittel weiter zu verkaufen. Deshalb wandten sich die Eidgenossen an die Firma Heinemann, die aber ebenfalls keine Verwendung hatte – und in regelmäßigem Kontakt zur Wildeshauser Tafel steht. Geschäftsführer Benjamin Heinemann: „Die Schweizer sind ebenfalls sozial engagiert. Die haben sich gerne bei der Tafel gemeldet.“

Peter Krönung als Vorsitzender des Wildeshauser Vereins freute sich Ende Dezember über den Anruf von „InterAval“. „Für uns ist das klasse. Tiefgefrorene Ware bekommen wir nicht so oft. Deshalb haben wir gleich die befreundeten Tafeln eingeladen.“

Auf dem Gelände der Himmelsthür können die Wildeshauser viele Lebensmittel lagern. Insgesamt sammeln die Helfer pro Woche etwa sechs Tonnen Waren in der Region ein. Das ist auch erforderlich, weil aktuell wöchentlich 300 Haushalte mit 800 Personen versorgt werden. 60 Prozent der Kunden kommen aus Wildeshausen, 40 Prozent besuchen die Ausgabestelle in Ahlhorn. Die Zahlen sind gerade in Ahlhorn stark gestiegen, seitdem die Tafel dort im Mai 2012 eröffnet hat. Startete der Verein dort mit der Versorgung von 67 Haushalten, sind es aktuell bereits 137. Auffällig ist dort der hohe Migrantenanteil mit 60 Prozent der Kunden. · dr

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