Kreisaltenheim legt neuen Schwerpunkt auf Gerontopsychiatrie / Besuch von Renate Geuter

Zukunft im Therapie-Garten

Freuen sich auf die Umstrukturierungen im Kreisaltenheim: Frank Diekhoff (v.l.), Geschäftsführer des Bezirksverbandes Oldenburg, Heimleiterin Susanne Beckmann und die Landtagsabgeordneten Renate Geuter.

Oldenburg - WILDESHAUSEN (js) · Böse Zungen mögen von einer alternden Gesellschaft sprechen: Immer mehr Menschen sind pflegebedürftig, immer weniger Menschen ergreifen pflegende Berufe. Dieser Entwicklung möchte das Kreisaltenheim in Wildeshausen entgegenwirken. Geplant ist die Umrüstung zur Fachpflegeeinrichtung für Gerontopsychiatrie – und dafür gab es gestern von der Landtagsabgeordneten Renate Geuter (SPD) viel Lob. Sie war vorbeigekommen, um sich über die Entwicklungen im Kreisaltenheim zu informieren.

Noch lässt die frostharte Rasenfläche nichts besonderes vermuten. Doch schon bald soll hinter dem Zaun an der Goldenstedter Straße 26 ein Therapie-Garten entstehen. Heimleiterin Susanne Beckmann spricht von Beeten mit bunten Blumen und von einer Gartenlaube. „Hier sollen sich die Bewohner in einem geschützten Raum zurückziehen können“, erklärt sie. Und das sei nur eine von vielen Maßnahmen, die für die nächsten zwei Jahren angesetzt sind.

Bewegungs- und Gedächtnistraining, Singen, Kochen, Gemeinschaftsabende – Renate Geuter zeigte sich beeindruckt. Gute Zukunftsaussichten prophezeite sie dem Kreisaltenheim, obwohl die Branche eigentlich düsteren Zeiten entgegensteuert. Personalmangel, permanente Arbeitsüberlastung, psychisch überforderte Beschäftigte, fehlende Qualifikationen und unzumutbare Arbeitsbedingungen – in der Altenpflege ist Niedersachsen das Schlusslicht unter den westdeutschen Bundesländern. Umso mehr lobte Geuter das Altenheim für die Bezahlung der Mitarbeiter nach Tarifkonditionen. „Wenn ich später mal ins Altenheim muss, dann wünsche ich mir, dass meine Pfleger auch angemessen bezahlt werden“, sagte sie.

Etwa fünf neue Arbeitsstellen soll es dank des Umbruchs geben. Auch alle 79 Plätze für die Bewohner bleiben erhalten.

Die Umstellung auf Gerontopsychiatrie ist als fortschreitender Prozess vorgesehen. Einige Bewohner mit geistigen oder seelischen Erkrankungen haben ihre Zimmer schon bezogen. „Wir achten immer darauf, dass die Person auch zu uns passt“, erklärte Susanne Beckmann. Fürchten brauche sich vor den neuen Bewohnern niemand. Da der direkte Umgang aber auch Herausforderungen mit sich bringt, werden alle Pflegekräfte Fortbildungen absolvieren. „Weil wir zum Bezirksverband gehören, können wir unsere Mitarbeiter zum Glück hospitieren“, sagte Beckmann. Man profitiere auch von einer Zusammenarbeit mit der Karl-Jaspers-Klinik in Wehen. Der Schwerpunkt liege auf der Betreuung. Weil es finanzielle Abstriche bei der Kurzzeitpflege gegeben habe, kristallisierten sich nun wieder bessere Perspektiven für längerfristige Modelle heraus, betonte auch Geuter. „Man muss sich auch Zeit für die Menschen nehmen“, fügte Beckmann hinzu.

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