Lob von allen Seiten für die Landessieger der Handwerkskammer / Vom Bestatter bis zur Konditorin

Die Zukunft des Handwerks

Peter Voss (links), Vizepräsident des Niedersächsischen Handwerkstages, ehrte gestern Rene Stolle, Jannis Weihe, Gesche Thein und Jan-Ole Osterthum, die jetzt schon Spitze in ihrer Zunft sind.

Oldenburg - OLDENBURG (dn) · Einer aus den Reihen der Geehrten kannte das Procedere schon. Für Rene Stolle war der große Rahmen bei der Landessieger-ehrung im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks gestern in der Oldenburger Weser-Ems-Halle nichts Neues, er war schließlich schon einmal hier. „Ich hatte damals einen Schweiß-Wettbewerb gewonnen“, erinnert sich der Oldenburger, der seine Ausbildung bei Schütte Fahrzeugbau in Wardenburg gemacht hat und dieses Mal als Sieger des Berufs Metallbauer (Fachrichtung Nutzfahrzeugbau) geehrt wurde.

Und so war ihm die Aufregung noch am wenigsten anzumerken, als er mit den anderen Siegern des Handwerkskammerbezirks Oldenburg auf die Bühne gerufen wurde, um seine Urkunde entgegenzunehmen. Seine Mit-Geehrten wirkten da schon nervöser, doch am Ende hatten alle den Stolz über ihre Auszeichnung gemeinsam. „Wunderbar“, freute sich Gesche Thein, die in der Oldenburger Stadtbäckerei zur Konditorin ausgebildet wurde: „Vor allem mein Betrieb hat sich riesig gefreut.“

Das gilt im besonderen für den Vertreter einer anderen Zunft: Jan-Ole Osterthum, seines Zeichens gelernte Bestattungsfachkraft im Familienbetrieb. „Mein Großvater hat das Unternehmen gegründet“, erzählt der Wardenburger, „mein Vater hat ihn fortgeführt, und mein Bruder und ich haben uns ebenfalls dafür entschieden.“ Allerdings, die Arbeit im Bestattungsinstitut Otto Osterthum ist vor allem mental höchst anspruchsvoll, wie Osterthum Junior bekennt. „Es gibt schon Situationen, in denen man richtig schlucken muss. Aber eines habe ich gelernt: Man wächst mit seinen Aufgaben.“ So wie auch der Hatter Jannis Weihe von der Universität Oldenburg, der Landessieger der Systemelektroniker wurde. An ihn und auch die Sieger der weiteren Bezirke in Niedersachsen richtete Wilfried Müller, Präsident der HWK-Oldenburg, warme Worte. „Sie verdienen es, im Rampenlicht zu stehen“, verkündete Müller, „denn Sie sind die Zukunft des Handwerks. Was Sie vollbracht haben, verdient großen Applaus.“ Und die Lobeshymnen auf die Nachwuchs-Handwerker wollten gestern gar nicht mehr abreißen. Dr. Sabine Remdisch, Professorin an der Universität Lüneburg, meinte voller Respekt: „Jeder Einzelne hat viele Entbehrungen in Kauf genommen. Und warum? Weil Sie zu den besten gehören wollten, und davor ziehe ich den Hut.“ In der Schlussansprache blickte Peter Voss, der Vizepräsident des Niedersächsischen Handwerkstages, schon in die Zukunft: „Einige von Ihnen können bald fachgerecht studieren.“ Genau das hat übrigens auch Rene Stolle vor: „Ich werde jetzt auf die Fachoberschule gehen und will danach studieren. Das ist der nächste Schritt.“

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