Biogas: Claus Coorßen testet Alternative zum Mais / Blühstreifen angelegt

„Zuckerrübe ist ein Versuch“

Landwirt Claus Coorßen (l.) informierte die Liberalen über seine Biogasanlage, das BHKW, Alternativen zum Mais und die Versorgung mit Fernwärme. ·

Ostrittrum - Von Tanja SchneiderAuf sie wird mittlerweile vermehrt geschimpft: Biogasanlagen verschandeln die Landschaft – und dann erst die „Vermaisung“, klagen Kritiker. Aufklärungsarbeit wollte deshalb am Dienstagabend der Ostrittrumer Landwirt Claus Coorßen leisten, als er die Mitglieder der FDP-Kreistagsfraktion und des Ortsverbands Dötlingen zu Gast hatte.

Er informierte die hiesigen Liberalen, denen sich auch die FDP Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst und der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Christian Dürr, angeschlossen hatten, über den Umfang seiner Anlage, das erbaute Blockheizkraftwerk, die Versorgung von Einwohnern mit Fernwärme sowie alternative Anbaupflanzen zum Mais. „Versuchsweise haben wir auf 25 Hektar Zuckerrüben angebaut“, berichtete Coorßen. Die Lagerung gestalte sich im Vergleich zum Mais etwas schwieriger, und auch der Aufwand bei der Verarbeitung sei größer, da die Zuckerrüben gereinigt werden müssten. Die Energieausbeute sei zwar höher, die Kosten aber auch. Letztendlich müsste sich zeigen, ob sich die Zuckerrübe lohnt.

Generell ist Coorßen für einen Mix. In seine Biogasanlage, die 2006 gebaut wurde, wandern neben Mais auch etwas Grünroggen und der Hähnchenmist aus den eigenen Ställen. „Der Mais ist derzeit aber nunmal die wirtschaftlichste Frucht. Zudem lässt er sich einfach lagern und kommt auch mit längeren Trockenperioden gut zurecht“, sagte Coorßen. Die Biogasbranche habe sich so schnell entwickelt, dass die Zucht nicht nachgekommen sei. Der Suche nach Alternativen müsste man ein wenig Zeit geben.

Coorßen selbst baut Mais auf 250 Hektar an. Neben dem Zuckerrüben-Versuch hat er sich bemüht, dass Landschaftsbild durch die Anlegung von Blühstreifen aufzulockern. Dort informiert ein Schild mit der Aufschrift „Hier treiben‘s Landwirte bunt“ über den Zweck des Blühstreifens, der nicht nur optisch für Abwechslung sorgen, sondern auch, zum Beispiel Bienen, einen Lebensraum bieten soll. „Dies ist ein Thema, das wir in der Gemeinde bekannter machen und voranbringen wollen“, erklärte Ortsverbandsvorsitzende Annett Bode.

Insgesamt zeigten sich die Liberalen beeindruckt von Coorßens Unternehmergeist und Engagement – gerade mit Blick auf die Versorgung von elf Häusern und zwei Schweineställen in Ostrittrum mit Fernwärme. „Das ist ja ein Pionierprojekt“, sagte Brunkhorst, und der Kreisfraktionsvorsitzende Ernst-August Bode, der selbst von der Fernwärme profitiert, sprach von „einem Vorzeigedorf“ in Sachen Nutzung alternativer Energien. Dass die Umsetzung nicht leicht war, verdeutlichte Coorßen. Die anfängliche, 700 Meter lange Fernwärmeleitung zum Dorf hatte sich als Flop erwiesen, der Wärmeverlust war zu groß. Coorßens ließen sie still legen und investierten in ein Satelliten-Blockheizkraftwerk. „Dadurch haben wir kürzere Wege“, so Coorßen. Die letzten Häuser, die nun die Bioenergie nutzen, wurden im Frühjahr angeschlossen.

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