Heiner Kieselhorst züchtet seit 1983 Wasserbüffel / Fleisch erfreut sich immer größerer Beliebtheit

Zuchtbulle „Cesar“ mag das Kraulen sehr

Heiner Kieselhorst versteht es meisterhaft, mit seinen Büffeln umzugehen. Er ist für sie die Bezugsperson. ·
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Heiner Kieselhorst versteht es meisterhaft, mit seinen Büffeln umzugehen. Er ist für sie die Bezugsperson. ·

Gross Ippener - Von Joachim DeckerEnten-, Gänse- und Putenbraten sind zweifelsohne die Klassiker, die an den Feiertagen auf den Tisch kommen. In unserer Region aber greifen immer mehr Bürger auch auf einen leckeren Büffelbraten zurück. Das jedenfalls weiß Heiner Kieselhorst aus Groß Ippener, der schon seit vielen Jahren Wasserbüffel züchtet und Fleisch und Wurst im Eigenverkauf vermarktet.

„Nach den BSE-Problemen hat die Nachfrage nach Büffelfleisch enorm zugenommen. Auch Zuchttiere konnte ich ab dieser Zeit mehr verkaufen“, sagt der 53-Jährige. Zuvor habe es auch schon einige Tiefen zu durchleben gegeben: „Mehrfach haben wir uns gefragt, ob wir mit der Büffelzucht wirklich auf das richtige Pferd gesetzt haben“, erzählt der Züchter.

Der Ursprung der Büffelzucht in Ippener liegt im Jahr 1983. Damals war es Vater Heinz Kieselhorst, der die ersten Wasserbüffel kaufte. „Über einen Freund aus Siebenbürgen ist er an die Zucht gekommen. Er hat ihm damals den Vorschlag gemacht, in diese Zucht einzusteigen. Vaters Freund hat die ersten Tiere selbst aus Ungarn geholt“, erzählt Heiner Kieselhorst, der den Hof 1988 übernommen hat. „Wir waren nach dem Krieg in Deutschland nachweislich der erste Hof, der sich der Büffelzucht verschrieben hat.“

Heute kann der Landwirt, der auch noch Schweinezucht und -mast betreibt sowie über etwas Ackerland verfügt, 45 Büffel sein Eigen nennen, darunter sind 18 Mutterkühe: „Diese Größe hat unser Bestand schon seit vielen Jahren, er passt genau für die 17 Hektar Weideland, die mir zur Verfügung stehen. Denn fürs Grünland sind die Büffel zuständig.“ Derzeit hat Kieselhorst allerdings alle Tiere am Hof, wo sie auch etwas Freilauf haben: „Im Frühjahr kommen sie dann wieder auf die Weiden.“

Bei einem Rundgang durch die Stallungen erzählt der Landwirt, dass seine Tiere Bio-Qualität haben: „Sie bekommen außer einer Wurmkur, die vorgeschrieben ist, keine Medikamente. Der Tierarzt kommt nur einmal zum Blut abnehmen.“ Gefüttert würden die Büffel nicht mit Kraftfutter, sondern ausschließlich mit Heu und Stroh: „Und ab Frühjahr haben sie eben wieder frisches Weidegras.“ All das sei ein Beleg dafür, dass die Tiere sehr gesund und auch robust sind. Das liege aber daran, dass es nach wie vor eine völlig eigenständige Rasse ist: „Wasserbüffel sind nicht mit herkömmlichem Rindvieh zu kreuzen. Das passt nicht, weil sie eine längere Tragezeit haben.“

Auffällig ist, dass die Büffel sehr zutraulich sind. „Sie brauchen eine Bezugsperson, wir haben keine Probleme damit, auf die Weide oder in den Stall zu gehen. Sie kennen uns eben“, sagt Kieselhorst. Und bei diesen Worten krault er mal eben kurz seinen Zuchtbullen „Cesar“ hinter den Ohren, was dieser zu genießen scheint. Über Büffel-Nachwuchs kann sich der Züchter nicht beklagen: „Diese drei Kälber sind in den vergangenen Tagen geboren. Die Herde ist stets mit einem Bullen auf der Weide.“ Somit ist klar, dass es bei den Wasserbüffeln keine künstliche Besamung gibt – der Landwirt setzt auf den Natursprung: „Natürlich achte ich sehr genau darauf, dass die Inzucht nicht zu stark wird. Darum werden die Gruppen immer wieder selektiert. Für die Zucht werden die Bullen daher hin und wieder mit anderen Züchtern getauscht.“

Für die Vermarktung von Fleisch und Wurst ist Ehefrau Sonja zuständig, die gelernte Fleischereifachverkäuferin ist. „Wir schlachten zweimal im Jahr – im Frühjahr und im Herbst. Dann liegen uns auch schon stets die Fleischbestellungen unserer Kunden vor, die bis aus Bremen, Hannover und sogar von der Ostsee kommen“, erzählt Kieselhorst. Fleisch verkaufe er nämlich nur frisch und nicht etwa als Tiefkühlkost: „Die Kunden frieren es sich dann meist in Portionen ein. Salami, Schinken und Wiener sind stets zu haben. Auch diesen Geschmack haben die Kunden im Laufe der Jahre immer mehr zu schätzen gelernt. Wir verwenden nämlich ausschließlich Büffelfleisch.“

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