Alt-Landrat Hermann Bokelmann aus Harpstedt stieß kürzlich in Annen auf einen fast zugewachsenen Grenzstein / Inschrift wird erneuert

Ziemlich verwittertes „Relikt“ hat 125 Jahre auf dem Buckel

Zugewuchert und von Müll umgeben: der Grenzstein, den Hermann Bokelmann in Annen entdeckte (links im Bild). Ein ähnliches Exemplar steht an der Stadtgrenze zu Wildeshausen (Foto rechts).

Harpstedt - ANNEN n Einen 125 Jahre alten Grenzstein hat Alt-Landrat Hermann Bokelmann aus Harpstedt kürzlich im Gebüsch an der Landesstraße (L 776) in Annen/Gemeinde Groß Ippener – an der Grenze zur Stadt Delmenhorst – entdeckt. Er trägt auf der einen Seite die Inschrift „GRHZGT Oldenburg – Amt Delmenhorst“; auf der anderen Seite ist „Provinz Hannover – Kreis Syke“ zu lesen.

Der Stein markiert vermutlich seit 1885 die Grenze zwischen dem früheren Großherzogtum Oldenburg und dem damals preußischen Kreis Syke. Ein ähnliches Exemplar steht an der Stadtgrenze zu Wildeshausen. Die etwas andere Inschrift dort lautet „Freistaat Oldenburg – Amt Wildeshausen“ und „Freistaat Preußen – Kr. Syke“. Während der alte Grenzstein vor Wildeshausen immer gepflegt wurde, war das Pendant in Annen durch die Umlegung der Einmündung des Gemeindeweges „Schüttenkamp“ im Gebüsch fast zugewachsen. Ignorante Zeitgenossen hatten dort Müll und Gartenabfälle „deponiert“. Bokelmann bat Horst Behrmann um Hilfe; der Chef der Straßenmeisterei Wildeshausen sprach seinerseits wiederum sofort mit seinem Grenz-Nachbarn in der Straßenmeisterei Ganderkesee-Urneburg. Der verwitterte Stein wurde ausgegraben. In Urneburg erfolgt die Reinigung und die Erneuerung der Inschrift. Der Standort des Steins soll dann auch sichtbar gemacht werden.

       Der alte Grenzstein hat etliche Gebietsänderungen erlebt: 1866 annektierte Preußen das Königreich Hannover und erließ 1885 für die Provinz Hannover eine neue Provinzial- und Kreisordnung. Die löste die hannoversche Amtsordnung von 1859 ab. An die Stelle der „Landdrostei“ trat der preußische „Regierungsbezirk“. Aus den königlich-hannoverschen Ämtern Syke und Freudenberg, dem schon 1859 das Amt Harpstedt angegliedert wurde, entstand der Landkreis Syke. Der bestand jedoch nur 47 Jahre und wurde 1932 mit dem Kreis Hoya zum „Landkreis Grafschaft Hoya“ vereint. Die „Grafschaft“ gab es lediglich 45 Jahre. Ihre Auflösung erfolgte bei der Kreisreform von 1977. Die Samtgemeinde Harpstedt kam seinerzeit zum Landkreis Oldenburg.

Auch das Gesicht der früheren Provinzial- und heutigen Landesstraßen veränderte sich im Laufe der Zeit: Schmales Feldsteinpflaster mit Sommerweg wich breiter Asphaltfahrbahn mit Radweg.

Geblieben sind indes die alten Grenzsteine als steinerne Zeugen aus früherer Zeit.

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