Peter Kratzmann drehte Dokumentarfilm über die Lohgerberei Benecke / Fotos von Marianne Steinkamp

Zeitreise in Wildeshauser Geschichte

Marianne Steinkamp, Thomas Ahrens, Peter Kratzmann und Bernd Oeljeschläger (v.l.) freuen sich auf die Premiere des Films über die Lohgerberei Benecke.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (msi) · Eine jahrhundertelange Handwerkstradition, komprimiert auf eine 40-Minuten-DVD, dieses anspruchsvolle Vorhaben hat jetzt der Bürger- und Geschichtsverein (BGV) umgesetzt. Am gestrigen Donnerstagmorgen stellten Bernd Oeljeschläger, Vorsitzender des BGV, Fotografin Marianne Steinkamp und der Journalist und Filmemacher Peter Kratzmann den Dokumentarfilm über die Lohgerberei Benecke vor.

„Wir möchten mit dem Film den gegenwärtigen Zustand der Gerberei dokumentieren und erfassen“, nannte Oeljeschläger die Beweggründe für die aufwändige Produktion.

1970 stellte Bernhard Benecke als letzter verbliebener Lohgerber in Wildeshausen den Betrieb seiner Werkstatt an der Huntestraße ein. Seitdem scheinen die Räume hinter dem Wohnhaus in einer Art Dornröschenschlaf zu liegen.

„In der Werkstatt sieht es aus, als wäre gerade Kaffeepause“, beschreiben Oeljeschläger und Kratzmann ihre Eindrücke während des Filmens.

Nach Oeljeschlägers Informationen ist die alte Lohgerberei Benecke die einzige ihrer Art in Deutschland, die in ihrer Gesamtheit erhalten ist. „Es gibt mehrere Museen, die sich des Themas annehmen und verschiedene Objekte ausstellen. Aber nirgendwo ist ein Betrieb vollständig erhalten“, weist er auf die historische Bedeutung des Kleinods hin.

Im Mai 2010 wurde der Dokumentarstreifen an einem Tag abgedreht. Bernhard Benecke durchstreifte mit Bernd Oeljeschläger die Werk-statträume. In zehn Stationen dokumentiert der Film die Arbeitsabläufe. Angefangen von der Anlieferung der Felle über die Farbengänge und den Trockenboden bis zur Lohmühle und dem Dachboden, auf dem noch heute Bündel mit Lohe, der Eichenrinde, die zum Gerben verwendet wurde, lagern.

Peter Kratzmann hat über fünf Stunden Filmmaterial zu einem 40-minütigen Film geschnitten, vertont und fertiggestellt. Alte Fotoaufnahmen aus dem Familienbesitz Benecke wurden ebenso eingearbeitet wie aktuelle Aufnahmen, die Marianne Steinkamp beisteuerte. Die Dötlingerin Helga Bürster führt als Sprecherin in die Geschichte der Lohgerber in Wildeshausen ein.

Öffentlich ist der Film erstmals am Sonntag, 26. September, um 11 Uhr in den Lindenhof Lichtspielen zu sehen. „Inhaber Thomas Ahrens hat sofort seine Unterstützung zugesagt“, freute sich Bernd Oeljeschläger. Erhältlich ist der Film dann auch auf DVD. Bis zur Premiere wird Peter Kratzmann noch letzte Feinarbeiten an der DVD-Hülle vornehmen.

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