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Zahl der Einbrüche sinkt im Landkreis Oldenburg deutlich

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Von: Dierk Rohdenburg

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Wohnungseinbrüche: Die Zahl sank in 2021 auf 95 im Landkreis Oldenburg.
Wohnungseinbrüche: Die Zahl sank in 2021 auf 95 im Landkreis Oldenburg. © dpa

Landkreis – Die niedrigste Fallzahl und die höchste Aufklärungsquote in den vergangenen zehn Jahren: Die polizeiliche Kriminalstatistik 2021 für den Bereich der Inspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land und Wesermarsch zeigt einen erfreulichen Trend auf.

„Besonders freut es mich, dass die Gewaltdelikte und die Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser deutlich zurückgegangen sind. Gerade diese Taten sind für die Menschen besonders belastend“, so Inspektionsleiter Jörn Stilke in einer Bilanz vom Dienstag.

In der Gesamtheit liegen die Fallzahlen innerhalb des vergangenen Jahrzehnts erstmalig unter 15 000 Straftaten. Im Vergleich zum Vorjahr (2020: 15 849) ist die Fallzahl inspektionsweit um 1.509 auf 14.340 gesunken. Dabei ist die Aufklärungsquote von 63,13 Prozent im Vorjahr auf 66,76 gestiegen. Im Landkreis Oldenburg sank die Zahl der Fälle von 5.810 auf 5.404, die Aufklärungsquote stieg von 58,4 auf 62,42 Prozent.

„Dieses Ergebnis ist nicht zuletzt ein Erfolg der Kollegen. Dass wir mit unserer Arbeit maßgeblich dazu beitragen, dass die Bürger sich sicher fühlen können, wirkt motivierend“, so Stilke mit Blick auf die hohe Aufklärungsquote.

Die sogenannte Häufigkeitszahl entwickelte sich ebenfalls positiv. Dieser Wert bemisst die Anzahl der festgestellten Straftaten pro 100.000 Einwohner. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Häufigkeitszahl für den Landkreis Oldenburg von 4 439 auf 4 111 gesunken.

Die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle sank im Landkreis deutlich von 160 auf 95. Allerdings sank auch die Aufklärungsquote von 22,5 Prozent auf 13,68. Lediglich 13 Einbrüche konnten aufgeklärt werden. „Ein direkter Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist bei uns nicht belegbar. Jedoch liegt es nahe, dass neben den polizeilichen Ermittlungsmaßnahmen und der Präventionsarbeit auch die Anwesenheit der Menschen in den eigenen vier Wänden während der Pandemie diese Entwicklung zu weniger Einbrüchen begünstigten“, so André Wächter, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes.

Auch die Zahlen der übrigen Eigentumsdelikte gehen zurück. Im Landkreis Oldenburg wurden im vergangenen Jahr 1 329 Delikte registriert. Im Vorjahr waren es noch 1 597. Die Aufklärungsquote stieg von 29,24 auf 33,86 Prozent. Eigentumsdelikte umfassen Wohnungseinbruchdiebstähle, Diebstähle aus Kraftfahrzeugen, Büro- und Geschäftsgebäuden sowie Fahrrad- und Ladendiebstähle.

Bei den Rohheitsdelikten ist ebenfalls eine positive Entwicklung festzustellen. Bei sinkenden Fallzahlen konnte die Aufklärungsquote erneut gesteigert werden. Die Zahl sank von 796 auf 725, die Aufklärungsquote stieg von 90,58 auf 91,45 Prozent. Unter Rohheitsdelikten werden personenbezogene Straftaten erfasst. Das sind Taten, die einen Menschen in seiner Ehre oder in seiner Gesundheit verletzen. Im vergangenen Jahr gab es fünf vollendete Tötungsdelikte im Bereich der Polizeiinspektion, wobei die Aufklärungsquote bei 100 Prozent liegt.

Für das Phänomen der häuslichen Gewalt ist durch eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe eine neue Definition erarbeitet worden. Es geht dabei nicht mehr allein um „Täter-Opfer-Beziehungen“ von Partner- und Ex-Partnerschaften. Erfasst werden auch Taten im weiteren familiären Umfeld, so beispielsweise Hausfriedensbrüche, Beleidigungen oder Sachbeschädigungen. Neben der physischen ist nun auch die psychische Gewalt inbegriffen. Die Polizeiinspektion verzeichnete 756 Fälle.

Bei der Rauschgiftkriminalität ist sowohl die Fallzahl als auch die Aufklärungsquote leicht gesunken. Im Landkreis wurden nach 2020 (354 Fälle) in 2021 366 Fälle registriert. Die Aufklärungsquote lag bei 97,54 Prozent (2020: 95,76).

Wie in den Vorjahren ist in der Inspektion auch in 2021 ein Anstieg der Gewalttaten gegen Polizeibeamte zu verzeichnen. 2019 gab es 67 Taten, 2020 95 und 2021 106. Im Landkreis Oldenburg wurden 2019 22 Taten bilanziert, 2020 waren es 21 und 2021 28 Fälle. Im vergangenen Jahr wurden zwölf Beamte tätlich angegriffen, 13 Mal gab es Widerstand, eine Körperverletzung und zwei Bedrohungen oder Nötigungen, so die Polizei in ihrer Bilanz.  

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