Oldenburger Land laut DAK-Report mit niedrigstem Krankenstand / Überlastung

Zahl der Depressionen steigt

Jens Carspecken, Diana und Christian Ebbinghaus, Detlev Hesse und Frank Miklis (v.l.) stellten den Gesundheitsreport vor.
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Jens Carspecken, Diana und Christian Ebbinghaus, Detlev Hesse und Frank Miklis (v.l.) stellten den Gesundheitsreport vor.

Wildeshausen - Der Krankenstand im Oldenburger Land ist konstant niedrig geblieben. Das meldet die DAK Gesundheit. „Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen lagen mit 3,3 Prozent landesweit am niedrigsten“, so DAK-Chef Detlev Hesse für die Region.

Damit waren im Oldenburger Land an jedem Tag des Jahres von 1 000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 35 krankgeschrieben.

„Die Daten basieren auf unseren Statistiken und Telefonumfragen“, erklärte Frank Miklis, Leiter für Marketing und Vertrieb in der Region Nordwest, bei der Vorstellung des Berichts in der Gemeinschaftspraxis Ärzte am Huntewehr in Wildeshausen.

Wie aus dem DAK-Report hervorgeht, blieben Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen häufigste Ursache für Arbeitsausfall. Es folgten Verletzungen und Vergiftungen. Psychische Erkrankungen wie Depressionen nahmen um zwei Prozent zu. „Insbesondere bei vielen älteren Arbeitnehmern stellen wir Überforderung fest“, erklärte Dr. Christian Ebbinghaus. „Die Arbeitsdichte ist enorm gestiegen, die Arbeitnehmern müssen ständig erreichbar sein und Jobs werden wegrationalisiert.“ Große Probleme mit Burn-out gibt es nach Angaben von Dr. Jens Caspecken auch in den Pflegeberufen und bei Geflügelverarbeitern. „Das ist ein körperliches und psychisches Martyrium“, betonte er.

Unterm Strich, so Hesse, sei der niedrige Krankenstand im Oldenburger Land aber ein positives Signal. „Auf dem Weg zu einem gesünderen Leben sind Bewegung, Entspannung und die richtige Ernährung wichtig. Wenn es um den Krankenstand in einem Unternehmen geht, können auch die Arbeitgeber handeln. In Sachen betrieblicher Prävention bieten wir unsere Beratung und Kompetenz an.“ Obwohl die Firmen sensibler würden, so Hesse, buchten allerdings wenige von ihnen komplette Präventionskurse.

In Niedersachsen empfinden 18 Prozent der befragten jungen Erwerbstätigen ihren Arbeitsalltag als „sehr belastend“. Stress und dauerhaft starke Anforderungen können die Belastbarkeit überstrapazieren und gesundheitliche Beschwerden hervorrufen. Nach der Studie hatten junge Arbeitnehmer in Niedersachsen in den vergangenen zwölf Monaten vor allem Muskelverspannungen (47 Prozent), Kopfschmerzen (25 Prozent) oder Konzentrationsschwierigkeiten (19 Prozent).

Junge Arbeitnehmer werden zudem im Vergleich zu ihren älteren Kollegen häufiger krankgeschrieben, dafür aber meist nur aufgrund von kurzen und akuten Erkrankungen wie Erkältungen oder Magen-Darm-Infekten. Auffällig: Psychische Erkrankungen betreffen zunehmend auch Jüngere. Hier ist die häufigste Diagnose bei den 15- bis 29-Jährigen die „Somatoforme Störung“, unter der jeder zwanzigste junge Erwerbstätige leidet. Bei diesem Krankheitsbild kann für körperliche Beschwerden wie Schmerzen oder Herzprobleme keine organische Ursache gefunden werden. Begleitet sind diese Störungen oft von Depressionen, die bereits bei vier Prozent der jungen Arbeitnehmer in Niedersachsen festgestellt wurden. · dr

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