Internationale Gäste zur Messe begrüßt

Wüsting nun wieder Nabel der Welt

Heiterer Auftakt: Die Reden zum „Bauernfrühstück“ im Festzelt fielen launig aus.

Wüsting - (ck) · Wüsting ist der Nabel der Welt. Jedenfalls seit gestern für vier Tage. Denn zur Eröffnung der „LandTageNord“ begrüßte Organisator Helmut Urban Delegationen aus Brasilien, Italien und freute sich zudem auf weitere Gruppen aus Frankreich, Russland und der Schweiz. Die Südamerikaner als am weitesten gereiste Gäste ließen sich während der gestrigen Eröffnung im Festzelt von den Offiziellen ausgiebig feiern. Doch nicht nur ihnen, sondern „allen Ausstellern und Besuchern möchte ich ganz herzlich danken“, unterstrich Urban. „Sie sind es, die diese Messe mitgestalten.“

Und so startete nun die siebte Folge einer Serie, der Hudes Bürgermeister Axel Jahnz von Anfang an das Zeug zur Erfolgsstory zugetraut hatte: „Ich war damals schon begeistert von Deiner Idee“, sagte er mit Blick zu Urban. „Jedes Jahr kamen immer mehr Aussteller dazu, so dass dieses Ereignis für den gesamten Nordwesten nicht mehr wegzudenken ist. Wer hier noch nicht war, hat etwas versäumt.“ Die Witterung spiele dabei eine untergeordnete Rolle. „Ich habe nur prophylaktisch meine Gummistiefel im Auto – denn ich wusste schon vorher, dass es diesmal schönes Wetter gibt.“ Und nun sei alles bereitet für eine „kaum bessere Möglichkeit der Landwirtschaft, sich zu präsentieren“.

Und das habe die Agrarbranche samt ihrer vor und nachgelagerten Bereiche nötig, wie Stefan Ortmann als Geschäftsbereichsleiter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in seinem Festvortrag klarstellte: „Die Bevölkerung ist innerhalb von zwei Generationen vom Selbstversorger zum Vollkonsumenten geworden. Daraus entstand ein großes Wirrwarr an Vorstellungen und Halbwissen über den Agrarsektor. Sendungen wie ,Bauer sucht Frau‘ sind da nur die Spitze des Eisbergs“, urteilte der in Vertretung für Kammerpräsident Arendt Meyer zu Wehdel gekommene Gastredner. Deshalb begegneten manche Verbraucher der Branche mit Skepsis, Misstrauen und zum Teil Aggressionen. „Diesen Menschen das zum Vorwurf zu machen, wäre falsch. Unsere Aufgabe muss sein, Transparenz zu schaffen – und dafür braucht es ein Schaufenster wie die ,LandTageNord‘“, meinte Ortmann.

Doch die „Erlebwas-Messe“ bietet auf ihren 13 Hektar Fläche mit mehr als 500 Ausstellern und Anbietern mehr: Zwar sahen die mehreren tausend Schaulustigen des Auftakt-Tages auch die neuesten Trends in Sachen Landmaschinen- und Stalltechnik-Sektor, aber sie bekamen auch eine Fülle an Informationen aus der Baubranche – vom Beton bis zur Holzrahmenbauweise, von Gartengestaltung bis zum Sanieren von Dächern. Rat zum Finanzieren der eigenen vier Wände hatten alle großen Banken – in den Gewerbezelten zwischen Wellness-, Bekleidungs- und Genuss-Ständen. Die Gemeinden Hude und Hatten sowie die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises stellten ihre touristischen Angebote vor, und die Kinder kamen überall auf ihre Kosten: Ein eigener Spielpark mit Sandhügel und Ponyreiten, Tiere vom Ferkel über Shetland-Ponys bis zum massigen Bullen ließen sich streicheln. In den Tierschau-Ringen zeigten die Pferdezüchter ihre größten Erfolge. Und zu gewinnen gibt es noch an allen Tagen bis Montag, jeweils zwischen 9 und 18 Uhr, jede Menge: Wer will, kann sich stundenlang bei kulinarischen Köstlichkeiten „durchquizzen“.

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