Umweltbildungszentrum Hollen startet Aufklärung für Kinder und Jugendliche

Begegnung mit dem Wolf ist äußerst unwahrscheinlich

Nadin Hermann (Umweltbildungszentrum Lüneburg), Marina Becker-Kückens, Edith Janßen und Korinna Freihof (alle RUZ Hollen, von links) möchten Kinder und Jugendliche über die Verhaltensmuster von Wölfen aufklären. ·
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Nadin Hermann (Umweltbildungszentrum Lüneburg), Marina Becker-Kückens, Edith Janßen und Korinna Freihof (alle RUZ Hollen, von links) möchten Kinder und Jugendliche über die Verhaltensmuster von Wölfen aufklären. ·

Oldenburg - Von Jan Schmidt. „Der Wolf ist zurück“, sagt Edith Janßen und lächelt. Die Mitarbeiterin des Regionalen Umweltbildungszentrums Hollen (RUZ) leitet zusammen mit ihrer Kollegin Korinna Freihof ein Informationsprojekt über Wölfe, das jetzt an 15 Schulen im Landkreis Oldenburg starten soll.

„Vorurteile müssen offen angesprochen werden“, sind sich Janßen und Freihof einig. Wichtig sei dabei, nicht nur ältere Menschen, sondern auch Kinder und Jugendliche mit einzubeziehen. Im Fokus stehe die Aufklärung über den Wolf sowie über dessen Verhaltensmuster.

„Wölfe sind keine Menschenfresser. Sie reagieren eher scheu und meiden jeglichen Kontakt. Es ist deshalb äußerst unwahrscheinlich, dass man tatsächlich auf einen Wolf in freier Wildbahn trifft“, meinte Janßen gestern im Rahmen einer Pressekonferenz. Sollte es dennoch zu einer direkten Begegnung kommen, gebe es keinen Grund zur Panik. „Man sollte sich am Besten lautstark bemerkbar zu machen. Das Raubtier ergreift dann die Flucht“, erläuterte die Expertin.

Wölfe sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Die letzte Sichtung in Niedersachsen wurde vor einigen Wochen in der Nähe von Minden registriert. Offiziell gibt es im Bundesland bislang 23 Wölfe – drei Rudel und drei Einzelgänger.

Da viele Menschen die Rückkehr des Raubtieres mit Argwohn betrachten, arbeiten auf Landesebene derzeit 40 Wolfsberater. Sie sollen aufklären und für Fragen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus stellen verschiedene Umweltbildungszentren Informationen zur Verfügung – auch das RUZ Hollen beteiligt sich an der Aktion.

Unter dem Motto „Den Wölfen auf der Spur“ ist das Aufklärungsprojekt für Schüler bereits vor einem Jahr vom Umweltbildungszentrum der Hansestadt Lüneburg ins Leben gerufen worden. Seitdem feierte das Konzept große Erfolge, so dass es mittlerweile auf acht weitere Umweltbildungszentren in Niedersachsen übertragen wurde. Mehr als 2 500 Kinder und Jugendliche nehmen an der Aufklärungskampagne teil. Obwohl das RUZ mit der Initiative noch gar nicht begonnen hat, sind bereits weitere Kooperationen mit Schulen geplant. „Wir möchten das Wolfs-Projekt gerne als festes Angebot bei uns integrieren“, erklärte Marina Becker-Kückens, Leiterin des RUZ.

Die Möglichkeiten dafür sind vorhanden. Edith Janßen und Korinna Freihof haben zwölf Monate lang mehrere Fortbildungen in Lüneburg absolviert. „Für die Arbeit mit den Schülern steht uns hervorragendes Material zur Verfügung“, betonten die beiden gestern. Zum Aufklärungs-Equipment gehören zum Beispiel echte Wolfsschädel, Spuren und Fährten der Tiere sowie spielerische Elemente, etwa eine Handpuppe in Wolfsgestalt.

Die Aufklärungsarbeit geht weder im Klassenzimmer noch im Umweltbildungszentrum, sondern in der freien Natur – im Wald – über die Bühne. Wer den Wolf verstehen will, muss in sein Gebiet vordringen. „So können die Kinder und Jugendlichen auch die Sozialkompetenz eines Wolfes verstehen“, glauben Janßen und Freihof.

Die RUZ-Mitarbeiterinnen erläuterten gestern noch einmal ausführlich das Rudelverhalten der Wölfe. Demnach verlassen die Tiere erst im geschlechtsreifen Alter die Gruppe, manchmal erst nach mehreren Jahren. Jedes Rudel verteidigt sein Revier gegen fremde Wölfe – schon aus diesem Grund werde die Anzahl von Wölfen in Deutschland begrenzt bleiben, meinen Janßen und Freihof. Wer dennoch einen Wolf zu Gesicht bekommt, sollte dies bei der zuständigen Jägerschaft melden.

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