Kreisgruppe der Ameisenschutzwarte soll wiederbelebt werden / Info-Abend und praktische Fortbildung  

Zum Wohle der Ameisen arbeiten

Die Arbeit der Kreisgruppe der Ameisenschutzwarte soll wiederbelebt werden.

Wildeshausen - Von Joachim Decker· Sie sind wahre Arbeitstiere und stehen nicht umsonst seit über 200 Jahren unter Naturschutz – die hügelbauenden Waldameisen, die auch in unserer Region häufig anzutreffen und zu beobachten sind. Aber die emsigen Insekten brauchen auch gewisse Pflege, der sich die Ameisenschutzwarte verschrieben haben. Genau hier aber gibt es leichte Engpässe – die Kreisgruppe Oldenburg der Ameisenschutzwarte sucht dringend Mithelfer.

„Die Arbeit der Kreisgruppe ist jetzt leider etwas zum Erliegen gekommen“, sagt Gert Habermann, pensionierter Forstamtmann und seit 1986 im Ameisenschutz beziehungsweise in der Umweltbildung tätig. Zudem ist er Vorsitzender des Landesverbandes Niedersachsen der Deutschen Ameisenschutzwarte: „Die Gruppe wurde unter der Führung von Fritz Diekmann gegründet und nach dessen Tod von Gisela Hering als Vorsitzende weitergeführt. Unterstützt wurde sie dabei von Joachim Hartmann.“ Beide hätten sich vorbildlich engagiert und nicht vermeidbare Nest-umsiedlungen auch in der Wildeshauser Region organisiert: „Joachim Hartmann ist im vergangenen Jahr überraschend gestorben, und Frau Hering kann aus gesundheitlichen Gründen diese Arbeit nicht weiter fortführen.“

Dieser Engpass soll jetzt behoben werden. Daher sind alle Interessierten für Mittwoch, 16. März (19 Uhr), zu einem Info-Abend ins Wildeshauser Hotel „Huntetal“ eingeladen. Mit einem beeindruckenden Dia-Vortrag macht Habermann an diesem Abend die Wichtigkeit des Ameisenschutzes sowie die Vernetzungsstrukturen im Waldökosystem deutlich. „Der Mensch muss lernen, auch hier vernetzt zu denken. Fakt ist nämlich, dass dort, wo es Ameisen gibt, auch viele Spechte sind. Diese wiederum bauen ihre Nester (Höhlen), die danach von bis zu 50 weiteren Waldbewohnern genutzt werden, die darauf angewiesen sind, um zu überleben. Das ist nur ein ganz kleines Beispiel dafür, wie wichtig der Ameisenschutz ist“, sagt der Experte. Während des Info-Abends wolle er im Gespräch intensiv darauf eingehen: „Die praktischen Erfahrungen möchte wir dann später in Form eines Lehrgangs vertiefen. Die Teilnahme an dieser Fortbildung bildet nämlich erst die Grundlage zur Erteilung einer Genehmigung für die Umsiedlung der Ameisennester und das Betreiben eines Formicariums (Behälter oder Anlage aus Behältern zur Beobachtung und Haltung von Ameisen).“

Wer nun jedoch glaubt, dass Ameisennester nach Belieben umgesiedelt werden dürfen, der irrt gewaltig. „Auf keinen Fall“, sagt Habermann“, „dafür muss es triftige Gründe geben, die zudem mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt werden müssen.“ Möglich sei die Umsiedlung von Nestern, die von Straßen und Radwegen gestört seien: „Oder aber, wenn sich die Ameisen in einem Garten ,niederlassen‘ und somit einen unzumutbaren Umstand für die Besitzer darstellen.“

Für diese Notumsiedlungen sei eine grundlegende Ausbildung von großer Wichtigkeit: „Viele Menschen glauben, dass wir einfach kommen, die Ameisen ,einpacken‘ und an anderen Stelle aussetzen. Das aber geht gar nicht. Ausschließlich im Frühjahr nach der Winterstarre ist das möglich. Dann nämlich sind alle Ameisen auf dem Haufen. Auch die Königinnen, denn auf die kommt es ganz besonders an. Wenn wir diese nicht mit umsiedeln, ist die ganz Aktion völlig sinnlos.“ Er hoffe, dass es viele Interessierte gibt.

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