„Pub-Science – lange Nacht der Experimente“: Wildeshauser Gymnasiasten in Kneipen unterwegs

Was ist wohl drin in Pampers ?

Der Beweis, das Gelee bleibt am Boden haften. Hanna Hübner, Tamara Kürbis, Maren Meyer und Stephanie Schröder (v.l.) sind zufrieden.

Wildeshausen - Von Joachim Decker· Was ist eigentlich in Pampers drin, dass sie so enorm die Feuchtigkeit aufsaugen ? Was passiert, wenn Emser-Pastillen angezündet werden ? Fragen aus einem Rätselbuch ? Nein ! Weit gefehlt. Das sind zwei von vielen Experimenten, mit denen 20 Wildeshauser Gymnasiasten des zwölften und 13. Jahrgangs am Freitag, 29. Oktober, ab 18.30 Uhr durch neun Restaurants und Lokale in Cloppenburg ziehen, um an den „Biertischen“ mit den Besuchern diese spannenden naturwissenschaftlichen Experimente durchzuführen.

Das Ganze läuft unter dem Motto „Pub-Science – die lange Nacht der Experimente“. Mit dabei sind etwa 45 Schüler des Cloppenburger Clemens-August-Gymnasiums – die Schirmherrschaft für die Aktion hat Niedersachsens Wissenschaftsministerin Dr. Johanna Wanka übernommen. „Die Experimente kommen zu den Menschen, an die Orte, wo sie sich treffen und darüber reden. Pub-Science ist ein lebendiger Wissenschaftstransfer“, sagt die Ministerin, die „Pub-Science“ auch eröffnet.

Nach Wildeshausen geholt hat diese Aktion, die ihren Ursprung in Österreich hat, Dr. Marco Beeken, Referendar am Gymnasium: „Ich stamme aus Cloppenburg und habe eine solche ,Science-Nacht‘ bereits im vergangenen Jahr dort durchgeführt. In diesem Jahr sind eben auch Wildeshauser Schüler dabei.“ Die Gäste in den Lokalen seien begeistert gewesen von dem, was ihnen geboten wurde. „Die Versuche stammen aus Biologie, Physik und Chemie. Jeder einzelne bietet genügend Stoff für interessante Gespräche.“ Die Leitung des Kurses, der bereits seit sechs Wochen mit den Vorbereitungen beschäftigt ist, hat Lehrer Matthias Müller, der gemeinsam mit Dr. Beeken am Freitag in den Lokalen präsent sein wird: „Das ist schon aus versicherungstechnischen Gründen erforderlich, obwohl es sich ausschließlich um ungefährliche Experimente handelt.

Wir hatten gestern die Möglichkeit, den Jugendlichen während der Vorbereitungen über die Schulter zu schauen. Merle Niester und Dorothee Böckmann waren mit den „Schlangen des Pharaos“ beschäftigt. „Wir sind gespannt, was die Leute wohl sagen, wenn wir sie danach fragen, was passiert, wenn Emser-Pastillen angezündet werden“, sagt Merle Niester. Natürlich gibt es darauf am Freitag die Antwort: Das in den Pastillen enthaltene Hydrogencarbonat setzt Kohlenstoffdioxid frei, und der Zucker wird zu Kohle – die Pastille quillt auf, und die schwarze Masse tritt aus. „Es wird bestimmt lustig, dieses Experiment in einem Lokal durchzuführen“, sind sich die beiden einig.

Obwohl schon seit vielen Jahren den Pampers entwachsen, sind Hanna Hübner, Tamara Kürbis, Maren Meyer und Stephanie Schröder von diesen „Wunderwindeln“, die enorm viel Flüssigkeit aufnehmen können, so fasziniert, dass sie sie zu ihrem Experiment gemacht haben. „Zunächst stellen wir die Frage, was in den Windeln die Feuchtigkeit aufsaugt“, erzählt Tamara. Als Antwort rechne sie mit „Watte“: „Dann schneiden wir die Windel auf, zeigen die kleinen Kügelchen, den Super-Absorber.“

So auch gestern, als sie nur wenige Kügelchen davon in 100 Milliliter Wasser schütteten – sehr schnell war das gefärbte Wasser zu einer Art grünem Gelee geworden, das so fest war, dass es selbst beim Umdrehen des Glases am Boden haften blieb.

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