Offenbar deutlich zu wenige Anmeldungen / HGV möchte später Neuauflage wagen

Wittekind-Schau 2011 fällt aus

HGV-Vorsitzender Bernhard Block verkündete den Ausfall der Wittekind-Schau.

Wildeshausen (dr) · Der Schock saß tief, als gestern der Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins (HGV), Bernhard Block, im Rahmen des traditionellen Neujahrsempfangs im historischen Rathaus verkündete: „Die Wittekind-Schau 2011 findet nicht statt.“

Alexandra Horst und Rafael Jung unterhielten die Gäste während des Empfangs.

„Wir haben uns schweren Herzens innerhalb des Vorstands dafür entschieden, dieses Jahr keine Schau anzubieten“, erklärte Block. „Anscheinend ist eine derartige Schau nicht mehr zeitgemäß. Das Risiko ist zu groß“, sagte er auch mit Blick auf die Samtgemeinde Harpstedt, in der die Gewerbeschau im vergangenen Jahr ebenfalls ausgefallen war. Dabei war der HGV immer sehr stolz darauf gewesen, alle drei Jahre eine Leistungsschau der eigenen Betriebe auf die Beine stellen zu können. Diesmal zeigte sich jedoch schon Anfang des Jahres, dass das Interesse deutlich schwächer sein würde. Zwar versuchte der HGV-Vorstand die schleppenden Anmeldungen damit zu begründen, dass die Schau diesmal früher stattfinden muss. Auch seien die Gewerbetreibenden sowohl durch das Weihnachtsgeschäft als auch durch den Jahreswechsel sehr abgelenkt gewesen.

Doch fünf Tage vor dem Anmeldeschluss hatten sich erst 30 Betriebe gemeldet. Kein gutes Omen, denn bei der vergangenen Schau waren 100 Gewerbetreibende auf dem Platz vor der Discothek „Fun Factory“ dabei gewesen.

Trotz der betrüblichen Nachricht wollte Block nicht ganz schwarz sehen. „Das ist nicht zwangsläufig der Tod der Schau“, erklärte er. „Wir haben die Chance, in absehbarer Zeit eine Neuauflage zu wagen.“ Dafür habe der Vorstand bereits erste Planungen in Angriff genommen. Weiteres solle heute Nachmittag im Rahmen eines Pressetermins erörtert werden.

Die betrübliche Nachricht nahm auch Hans Werner Aschhoff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Landkreises Oldenburg, nur ungern zur Kenntnis. „Das hat mir nicht gefallen“, so der Wirtschaftsförderer, der zu einem Referat zum Thema „Wirtschaftsförderung – Segen oder Fluch?“ eingeladen war. Seiner Ansicht nach muss der Landkreis mehr attraktive Gewerbe- und Industriegebiete vorhalten. Das treffe in jedem Fall auch auf Wildeshausen zu, betonte Aschhoff vor den 80 Gästen. „Der Druck wird wachsen“, erklärte er. Der Fliegerhorst Ahlhorn und der „Ecopark“ in Emstek böten attraktive Plätze für Gewerbe. „Deshalb setze ich mich für Gewerbestreifen längs der Straßen ein.“ Denkbar seien diese gut sichtbaren Gebiete mit perfekter Anbindung an der A 29 oder auch an der B 213 auf Wildeshauser und Dötlinger Gebiet. Gleichzeitig kritisierte Aschhoff frühzeitig geäußerte Bedenken gegen den Flugplatz in Ahlhorn. „Man konnte fast den Eindruck haben, dass hier bald fünf Jagdbombergeschwader in der Nacht über Wildeshausen fliegen“, äußerte er sich zu Ängsten vor Fluglärm und einem Plakat, das im vergangenen Jahr am Ortseingang hing.

Bürgermeister Kian Shahidi wollte die Kritik an zu wenig Gewerbe- und Baugebieten so nicht stehen lassen. „Für die Ansiedlung von Betrieben haben wir rund 1,6 Hektar zur Verfügung. Weitere 1,5 Hektar könnten durch den Teilausbau der Entlastungsstraße und der Planstraße im Bebauungsplan 57 erschlossen werden.“ Zudem gebe es ausreichend Wohnbaugrundstücke in Wildeshausen.

Landrat Frank Eger verwies darauf, dass der Landkreis im vergangenen Jahr viel investiert habe. So seien Millionensummen in den Schulen verbaut worden, um diese attraktiver zu gestalten. „Zudem haben uns viele Anstrengungen in der heimischen Wirtschaft und in der Politik in eine gute Position gebracht.“

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