Eltern machen mit Unterschriftenliste Druck vor der Ratssitzung

„Wir wollen einen Hort“

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Corinna Riedel-Seebacher und andere Wildeshauser Mütter übergaben die Unterschriften an Bürgermeister Kian Shahidi.

Wildeshausen - Richtig voll wurde es gestern im Ratssaal in Wildeshausen. Zahlreiche Mütter waren mit ihren Kindern zur Einwohnerfragestunde gekommen, um mit Nachdruck die Einrichtung von Hortplätzen über die 20 geplanten hinaus zu fordern.

Corinna Riedel-Seebacher nutzte die Gelegenheit, auf das Anliegen der Eltern hinzuweisen. „Bei einer Abfrage in den Grundschulen und in vier Kindergärten haben wir einen Bedarf von 103 Hortplätzen zum Sommer 2012 ermittelt“, sagte sie. „389 Bürger haben mit ihrer Unterschrift verdeutlicht, dass sie sich wünschen, in Wildeshausen ausreichend Hortplätze zu haben.“

Bei den im Stadtrat vertretenen Parteien stieß das Anliegen der Eltern auf viel Verständnis. Die Politiker erinnerten daran, dass schon im Jahr 2008 im zuständigen Fachausschuss beschlossen worden war, dass an den Wildeshauser Kindergärten und Grundschulen eine Umfrage zu dem Bedarf an Kinderhortplätzen durchgeführt werden soll. Die CDU teilte in einer Stellungnahme mit, dass die Auswertung von 480 von 1 600 zurückgekehrten Fragebögen den Bedarf von 190 Plätzen ergeben habe. „Der Großteil wird an den Kindergärten benötigt“, so Stephan Brors. An der Wallschule und St.-Peter-/Holbeinschule seien mit Unterstützung eines Förderprogramms je eine Gruppe mit nachschulischer Betreuung für Schüler mit Migrationshintergrund eingerichtet worden. Der Plan, im Rahmen des Ausbaus der St.-Peter-Schule einen Hort einzurichten, sei im Jahr 2011 gescheitert, weil der Haushalt nicht ausgeglichen werden konnte. „Für 2012 hat sich jetzt eine Lösung ergeben, die ohne großen Aufwand umgesetzt werden kann“, so Ratsherr Günter Lübke (CDU). Dort könnten 20 Kinder betreut werden. Der Beschluss des Schulausschusses, an der Liegenschaft St.-Peter-Straße einen Hort einzurichten, habe grundsätzlich weiter Bestand. „Wir werden in den nächsten Monaten in eine rege Diskussion um die Wildeshauser Schullandschaft und eine verbesserte Betreuung der Schüler eintreten“, kündigte Lübke an, und Bürgermeister Kian Shahidi verdeutlichte, dass im Jahr 2015 weitere Hortplätze zur Verfügung gestellt werden sollen.

„Das ist arg spät“, so Riedel-Seebacher, und auch andere Mütter schüttelten den Kopf. „Wir erwarten, dass eine Stadt im 21. Jahrhundert genügend Hortplätze vorhält“, hieß es.

Ratsvorsitzender Hartmut Frerichs (SPD) sicherte zu, dass die Forderungen der Mütter in den zuständigen Gremien behandelt werden. Damit konnte er aber kaum auf Verständnis hoffen, denn viele Mütter benötigen keine langen Diskussionen sondern am besten, sofort Betreuungsplätze. · dr

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