20. Oldenburger Nikolaustreffen in Nuttel / Kälte und Wind getrotzt

„Wir sind ganz normale Bekloppte“

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Hartgesottene Naturburschen kennen keine Winterpause – sie lieben Schnee und Kälte. ·

Nuttel - Von Andreas Henseler. Gestandene Naturburschen, die weder die Ausläufer des Orkans „Xaver“ noch Eis und Schnee fürchten und trotzdem auf ihren heißen Öfen durch die Lande fahren – das sind die rund 20 Gespannfahrer, die sich am Wochenende zum 20. Oldenburger-Niko laustreffen auf dem Grundstück der Familie Stefan am Grambergsweg in Nuttel ein fröhliches Stelldichein gaben.

Trotz eisiger Kälte waren die „harten“ Männer unter anderem aus Düsseldorf, Moers, Xanten, Hannover, Diepholz und Lilienthal angereist und hatten mit ihren motorisierten Zweirädern samt Beiwagen den Naturgewalten die Stirn geboten. In Nuttel angekommen, übernachteten sie – ganz wie es sich für Winterfahrer gehört – in ihren mitgebrachten Zelten.

„Seit 2007 veranstalten wir dieses Treffen immer am zweiten Adventswochenende“, sagte Gastgeber Uwe Stefan, der die Biker zusammen mit seiner Frau Bettina einmal mehr umsichtig betreute. Neben einem kräftigen Frühstück am Morgen stand am Samstagabend ein deftiges Grünkohlessen „mit allem Drum und Dran“ auf dem Programm. „Lecker“, schwärmten die Teilnehmer und erzählten aus ihrem Leben als Winterfahrer.

„Im Sommer fahren nur die Bekloppten, wir sind ganz normale Bekloppte“, lachte Klaus Weibke aus Hannover, und Arne Becker aus Moers fügte an: „Im Winter macht es richtig Spaß, durch die Gegend zu schlittern, denn ein Gespann hat man immer gut unter Kontrolle.“

Das ganzes Jahr über fiebert Jürgen Boell aus Xanten dem Treffen in Nuttel entgegen: „Ich freue mich auf die Leute, die ich nur einmal Jahr sehe, und darauf, von Familie Stefan verwöhnt zu werden.“ Auch die Abende am Lagerfeuer seien immer recht feucht-fröhlich, schließlich laute der Schlachtruf nicht ohne treffenden Grund „Prost“. Außerdem werde viel „Benzin“ geschnackt, und es Erinnerungen an frühere Treffen würden ausgetauscht. So ist es auch kein Wunder, dass das BMW KN 100 S/EML-Gespann von Torsten Heidkamp auf den Namen „Kümmerling Killer“ getauft wurde. Der Diepholzer erinnerte sich zudem an eine Zusammenkunft, die in den Anfangsjahren der Nikolaustreffen in Großenmeer mitten im Moor stattgefunden hatte. „Immer wenn jemand am Zelt vorbeiging, wackelte der Boden, der war nämlich so weich, dass man die Heringe für die Zelte einfach hätte hineinwerfen können, ohne sie mühsam mit dem Hammer zu bearbeiten“, erzählte er mit einem Augenzwinkern.

„Man muss dabei gewesen sein. Der Zusammenhalt und die Freundschaft unter den Winterfahrern sind eine Supersache“, waren sich alle Teilnehmer vor ihrer Abfahrt am Sonntag einig und versprachen, sich samt ihrer Gespanne auch im kommenden Jahr wieder auf den Weg zum Nikolaustreffen nach Nuttel zu machen.

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