Bürgerbus seit exakt einem Jahr auf Wildeshausens Straßen unterwegs

„Wir haben eine gute Zeit vor uns“

Heiko Bischoff ist zweiter Vorsitzender des „BürgerBus“-Vereins, der mit eigenem Slogan auf dem Bus durch die Stadt fährt.
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Heiko Bischoff ist zweiter Vorsitzender des „BürgerBus“-Vereins, der mit eigenem Slogan auf dem Bus durch die Stadt fährt.

Wildeshausen - Exakt heute vor einem Jahr nahm der Bürgerbus Wildeshausen seinen Linienverkehr auf. Die Bilanz des Projektes fällt nach Einschätzung der Vereinsvorsitzenden Renate Hocke überwiegend positiv aus. Immerhin 4 500 Fahrgäste nutzten das Angebot des neuen Verkehrsmittels in der Stadt.

Die Zahl liegt geringfügig unter den Erwartungen, das erste Jahr ist aber in der Regel ohnehin schwer zu kalkulieren. Zudem hat sich die Linie nach Kleinenkneten als Flop entpuppt. Gab es bei der Abfrage im Vorfeld noch großes Interesse, waren die Fahrgastzahlen dann äußerst dürftig, so dass die Linie mit dem Fahrplanwechsel ab kommendem Montag eingestellt wird. Davon profitieren die beiden Linien zum Katenbäker Berg und nach Spasche. Diese werden jetzt fünfmal täglich bedient, so dass in der Zeit von 8 bis 18 Uhr ein zweistündiger Rhythmus angeboten werden kann. „Davon versprechen wir uns einiges“, sagt Renate Hocke. „Die Busse fahren dann immer fünf Minuten nach der vollen Stunde am Bahnhof ab.“

Der Bürgerbus wird von vielen Menschen genutzt, die aufgrund von Beeinträchtigungen einen Berechtigungsschein besitzen. Das Geld, das dieser Personenkreis zahlt, landet zuerst bei der Sozialbehörde und wird dann prozentual an die Busunternehmen verteilt. Der Verein „BürgerBus“ profitiert davon bislang nicht, bekommt aber von Stadt, Landkreis und Land eine Förderung. Bei Fahrplanfragen und in technischen Belangen kooperiert der Wildeshauser Verein mit der Delmenhorst-Harpstedter-Eisenbahn. „Das läuft super“, so Hocke. Bei Pannen würden Helfer zur Verfügung stehen, zudem sei der Service in der Harpstedter Werkstatt tadellos. In Notfällen kann auch ein Ersatzbus zur Verfügung gestellt werden. Dabei handelt es sich dann nicht um einen Niederflurbus. „Der ist für uns aber sehr wichtig“, sagt Hocke. „Wir haben deutlich mehr Rollstuhlfahrer und Rollator-Benutzer als andere Bürgerbusse.“

Doch es gibt auch kleinere Probleme beim Wildeshauser Projekt. Zwar kann mit 20 Fahrern der Service gut angeboten werden, doch „ein paar mehr wären schon schön“, meint die Vereinsvorsitzende. Der Aufwand halte sich dabei in Grenzen. Mindestens zweimal im Monat sollten die Fahrer aber einsatzbereit sein.

Ein anderes Problem ist das Fehlen von Sponsoren für die beiden Seiten des Bürgerbusses. Für 3 000 Euro jährlich könnten Unternehmen diese Fläche für Werbung nutzen. Zu Hockes Bedauern hat sich aber noch niemand gefunden. Hier wäre es ihrer Ansicht nach schön, wenn Wildeshauser Mittelständler Flagge für das Bürgerprojekt zeigen würden. Zurzeit hat der Verein dort zwei Sprüche aufgeklebt. „All tosommen mokt wi dat“ und „Schaffen wir ein positives Klima“ steht dort. Davon, dass der Bürgerbus noch mehr an Bedeutung gewinnen wird und sich auch Sponsoren finden, ist der Vereinsvorstand überzeugt. Renate Hocke glaubt: „Wir haben eine gute Zeit vor uns.“ · dr

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