Bibelgarten-Projekt erntet breite Zustimmung / Fachausschuss billigt 5 000-Euro-Zuschuss

„Wir haben alle etwas davon“

An den früheren Amtmann Friedrich Alexander Dahme (1772–1855) erinnert dieser Grabstein auf dem Kirchhof. Er soll die Station „Tod“ im künftigen Bibelgarten symbolisieren. Dazu passt die Inschrift „Wir sehen uns wieder“ und der darüber erkennbare Schmetterling, ein christliches Symbol für die Auferstehung. Am Grabstein sollen Platten verlegt und Büsche gepflanzt werden.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken· Um ein geflügeltes Wort aus dem Film „Der Pate“ zu bemühen: Er hat ihnen ein Angebot gemacht, das sie nicht ablehnen konnten... Pastor Gunnar Schulz-Achelis stellte das bis ins Detail durchdachte Christusgarten-Projekt der evangelischen Gemeinde am Donnerstag so überzeugend vor, dass der Kultur- und Freizeitausschuss schon fast baff war: Einstimmig befürwortete das Gremium im Hotel „Zur Wasserburg“ einen einmaligen 5 000-Euro-Zuschuss seitens des Fleckens Harpstedt.

Der „Christusgarten“, der vor dem I. Pfarrhaus und rund um die Kirche – mit einer aufgeschlagenen Bibel als Leitmotiv und acht Themen-Stationen – entstehen soll, diene auch touristischen Zwecken, unterstrich Hermann Schnakenberg (SPD): „Wir haben alle etwas davon.“ Wenn das Projekt den Tourismus fördere, „kann ich das nur unterstützen“, sagte Klaus-Dieter Westphal (CDU). Auch der gebürtige Bayer Wolfgang Krössing (HBL) zeigte sich angetan von dem Vorhaben, obwohl die Idee wieder mal von der „Konkurrenz“ komme, „also nicht von den Katholiken“.

Stimmen Verwaltungsausschuss und Rat dem Zuschuss zu, ist die Kirchengemeinde der Finanzierung ein gutes Stück näher gekommen. „Ich glaube, es würde gegenüber anderen Geldgebern einen kolossalen Eindruck machen, wenn der Flecken etwas dazu gäbe“, ließ Pastor Schulz-Achelis durchblicken. Die EU übernehme 42 Prozent der förderfähigen Kosten, sofern auch „andere öffentliche Mittel“ flössen: Aus dem Programm „Leader“ erhofft sich die evangelische Gemeinde mindestens 15 700 Euro. 4 000 Euro kann sie selbst aus ihrem Bau-Etat aufbringen. 500 Euro sollen aus Zinserträgen der Kirchen-Stiftung fließen. 800 Euro sind seitens der Rotarier aus Syke zugesagt. „Wir haben zudem Förderanträge bei den Banken gestellt und stehen in Gesprächen mit der EWE-Stiftung“, erläuterte Schulz-Achelis. Die veranschlagte Gesamtinvestitionssumme von rund 40 000 Euro beinhalte auch bereits den Druck von Broschüren und Faltblättern, die den Bibelgarten näher erläutern sollen. Mit rund 4 000 Euro ist der Wert der Eigenleistungen angesetzt.

Der „Christusgarten“ wird das Alte Testament, Geburt und Taufe, Heilungen, die Wunder Jesu, den Garten Gethsemane, Tod, Auferstehung sowie die Aussendung des Heiligen Geistes (Pfingsten) thematisieren. Der Maßnahmenbeginn ist im Frühjahr 2010 avisiert, die Einweihung schon genau terminiert: Dazu wird Landessuperintendent Dr. Burghard Krause im kommenden Jahr zu Pfingsten, am 23. Mai, in Harpstedt erwartet. Die Familie Predescu plant für den 22. August 2010 ein besonderes Konzert mit zwei Musikblöcken im Bibelgarten und einem weiteren „Set“ in der Kirche.

An dem touristischen Nutzen des Projekts zweifelt Pastor Schulz-Achelis nicht. Schon jetzt kämen – dank der Kirchenöffner – zwischen 2 000 und 3 000 Gäste jährlich in die Christuskirche. Noch einmal über 3 000 Menschen besuchten die Konzerte im Gotteshaus. „Viele von ihnen würden sich den Christusgarten sicher gern in den Pausen oder vor Veranstaltungsbeginn anschauen“, so der Geistliche. Ein weiteres Argument sei die günstige Lage am Jakobsweg, der von immer mehr Pilgern entdeckt und beschritten werde. Schulz-Achelis erwähnte außerdem die rund 12 000 Gäste, die jährlich mit der Museumsbahn in den Flecken kämen.

Eine Christusgarten-AG sei gegründet worden. Die Baugruppe der Kirchengemeinde werde mit anpacken, und die „Rentnerbänd“ des Koems-Vereins scharre schon „mit den Hufen“, so Schulz-Achelis. „Wir haben aber auch professionelle Hilfe“, sagte er – mit Hinweis auf die fachliche Begleitung von Gartenbauarchitekt Hermann Dunkler-Gronwald aus Hude. Ein Teil der Arbeiten werde in die Hände von Fachfirmen gegeben.

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