Jürgen Seeger und Bernhard Wolff rechnen aber mit schlechteren Erträgen bei Weizen und Mais

„Wintergerste hat nicht versagt“

Die Mähdrescher und Landwirte haben ihre Arbeit geleistet: Die Wintergerste ist bereits abgeerntet.Archivfoto: Dejo

Oldenburg - LANDKREIS (cs) · Die Mähdrescher rollen schon seit einigen Wochen wieder: Hitze und Trockenheit sorgten dafür, dass schnell geerntet werden konnte, auf kaum einem Feld leuchten noch die goldenen Ähren mit den langen Grannen. „Bei uns auf dem Hof und auch in meinem Bekanntenkreis waren die Erträge recht gut“, freut sich Kreislandwirt Jürgen Seeger. Problematischer werden könnte es bei Sommergerste, Weizen, Triticale und vor allem Mais und Kartoffeln.

„Das Wetter war günstig für die Ernte der Wintergerste, die Arbeiten konnten konsequent durchgeführt werden“, weiß Bernhard Wolff, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands. Auf schweren, lehmhaltigen Böden wie um Wildeshausen, wo die Wasserführung in Ordnung sei, habe es auch keine größeren Schäden durch die Trockenheit gegeben. „Die Wintergerste hat gerade zum richtigen Zeitpunkt Regen bekommen.“ Auf sandigen Böden sei der Ertrag etwas geringer gewesen. Andererseits entstünden bei der Wintergerste keine zusätzlichen Trocknungskosten, was sonst oft die Regel ist. Noch „einigermaßen glimpflich“ sehe also die Bilanz für die Landwirte aus. „Die Gerste hat nicht versagt“, meint auch Seeger.

In den kommenden Wochen wird das Ergebnis aber wohl schlechter: Auf leichten Böden wie in Großenkneten, Wardenburg und Kirchhatten rechnen Seeger und Wolff mit extrem zurückgehenden Ernteerträgen. „Das Getreide geht teilweise in Notreife“, so Wolff. Das Korn würde also nicht zu Ende ausgebildet. Noch gravierender die Folgen der Hitze für den Mais: „Der hat zu kämpfen, damit er noch überlebt“, warnt Seeger. Problematisch ist, dass die Pflanze Ende Juni und Anfang Juli voll im Wachstumsschub ist, sie schiebt Fahnen, und die Kolben bilden sich. „Wenn dann kein Wasser kommt, ist die Arbeit vertane Liebesmüh“, so Wolff.

Schlechte Erträge haben Konsequenzen: „Die Getreidepreise steigen schon“, weiß Seeger. Das bedeutet für die Landwirte zwar, dass sie für ihre Ware mehr Geld bekommen, gleichzeitig müssen sie aber auch für Futtermittel tiefer in die Tasche greifen. „Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat auch schon vor steigenden Lebensmittelpreisen gewarnt“, weiß Seeger. Als Beispiel nennt er Bier, das bekanntlich auch aus Getreide hergestellt wird: „2007 war das ganz deutlich: Die Getreidepreise haben sich verdoppelt, die Bierproduzenten haben ihre Preise ebenfalls angehoben. Runtergegangen sind sie nicht wieder – obwohl die Getreidepreise sich 2009 bereits wieder halbiert haben.“

Preissteigerungen bei Bier – das werden die Verbraucher wohl noch verkraften können. Vor schwierigeren Situationen stehen aber die Rind- und Milchviehbauern und die Betreiber von Biogasanlagen. Produzieren sie selber wegen Ertragseinbrüchen nicht genug Mais als „Futter“ für Tier und Anlage, müssen sie welchen dazu kaufen – bei den großen Mengen ist das eine finanzielle Belastung. Auch Schweine- und Geflügelhalter müssen mit teurerem Futter rechnen.

Schwarzmalen wollen aber weder Seger noch Wolff die Situation: „Man muss positive und negative Seiten gegeneinander abwiegen. Ganz nasse Jahre sind noch wesentlich schädlicher“, betont Wolff. Zufrieden ist bisher auch Seeger.

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