Bundesverkehrsminister möchte Kommunen Autonummern „schenken“

Wildeshauser bald mit „WHS“ auf Nummernschild ?

So könnte ein Kennzeichen für die Kreisstadt Wildeshausen aussehen. · Foto/Montage: Dejo/Penz
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So könnte ein Kennzeichen für die Kreisstadt Wildeshausen aussehen. · Foto/Montage: Dejo/Penz

Wildeshausen - Von Joachim DeckerWohl auch den Lokalpatriotismus steigern möchte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer mit seinem Vorstoß, Kommunen sollten selbst bestimmen dürfen, welche Autokennzeichen in Zukunft an den Nummernschildern angebracht werden. Für die Kreisstadt vielleicht „WHS“, weil „WIL“ schon vergeben ist ? Mit Ramsauers Idee befasst sich nach der Sommerpause der Bundesrat.

Allerdings gehen die Meinungen von behördlicher Seite und auch unter den Bürgern weit auseinander, was die Möglichkeiten betrifft, wenn sich der Bundesrat für die Kennzeichen-Wahl entscheidet.

„Uns liegt derzeit noch nicht genügend Konkretes vor, als dass wir über Einzelheiten sprechen könnten“, sagt der Pressesprecher der Kreisstadt, Hans Ufferfilge. „Zunächst einmal müsste festgestellt werden, wie die Rahmenbedingungen sind und vor allem, welche finanziellen Belastungen das alles mit sich bringen würde.“ Dennoch könne er sich schon vorstellen, dass Wildeshausen ein eigenes Kennzeichen bekommt: „Natürlich müssten wir eine Anfrage starten, inwieweit ,WHS‘ schon vergeben oder reserviert ist.“

Seitens des Landkreises wird diese Sache eher sehr skeptisch, wenn nicht ablehnend gesehen. „Ich halte nichts davon, die Nummernschilder gehören zum Identitätsbild. Und das ist für den Landkreis ,OL‘ und nicht etwa acht verschiedene Kennzeichen für die acht Gemeinden. Es muss alles so bleiben, wie es jetzt ist“, betont Erster Kreisrat Carsten Harings.

Ins gleiche Horn stößt der Dezernent für Ordnung und Recht des Landkreises, Christian Wolf: „Wir als Kreisverwaltung stehen dieser Sache in der Tat skeptisch und ablehnend gegenüber. Ich fürchte einen wesentlich höheren Verwaltungsaufwand und einiges an Kosten. Auch für die Strafverfolgung seitens der Polizei könnte das sehr kritisch werden.“ Der Niedersächsische Landkreistag sehe das ebenso. „Derzeit ist die Kennzeichen-Landschaft hinreichend klar. Ich möchte als Verwaltung ein Mehr an Bürokratie und eben an Mehrkosten vermeiden.“ Nach derzeitigem Kenntnisstand, dem Landkreis liegt bislang nur ein Entwurf vor, dürften die Kommunen ohnehin nicht allein entscheiden: „Danach geht das nur mit Abstimmung mit dem Landkreis. Wir müssten diesem Ansinnen also zustimmen.“

Erster Polizeihaupkommissar Harald Theile, befürchtet, dass die Ermittlungsarbeit in Teilbereichen aufwendiger werden könnte: „Allerdings wäre das eine politische Entscheidung, mit der wir dann auch leben können.“

Silvia Bettin findet diesen Vorschlag sehr gut: „Natürlich wissen wir nicht, was so etwas kostet. Aber ich finde es generell erst einmal sehr gut, wenn Politiker Kreativität beweisen. Für Wildeshausen wäre es eine echt tolle Sache.“ Allerdings sollte hier die Allgemeinheit gefragt werden: „Dafür wäre die Bürgerbeteiligung sehr wichtig.“

Peter Borstelmann hat Zweifel daran, dass dieser Vorschlag umgesetzt wird: „Ich finde es zwar sehr gut, aber ich glaube, dass es an dem hohen Verwaltungsaufwand und den Kosten scheitern wird.“ Für Wildeshausen könnte es jedoch eine sehr gute Werbung sein.

Sönke Scheele hat absolut kein Interesse daran: „Ich bin mit meinem ,OL‘ am Nummerschild sehr zufrieden. Eine solche Umstellung würde viel Geld kosten, aber für die Stadt keine Vorteile bringen. Werbung für eine Stadt kann ich auch mit einem Aufkleber auf dem Auto machen.“

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