Metallstangen werden oft angefahren, Granitpfähle verursachen größere Schäden

Wildeshausen: Stadt der schiefen Poller

Die meisten Poller an der Huntestraße sind schief, weil sie mehrmals angefahren wurden. ·

Wildeshausen - Viele Diskussionen gab es, als die Wildeshauser Innenstadt Mitte der 90er Jahre komplett umgestaltet wurde. Insbesondere die Parkordnung und die Frage, ob es Fußgängerzonen geben soll, wurden viel diskutiert. Mittlerweile zeigen viele der Poller, dass sie oft im Wege stehen: Sie haben eine deutliche Schieflage.

Diese Schrägstellung behalten sie in der Regel so lange, bis ein weiteres Kraftfahrzeug kommt und noch einmal dagegen prallt. Erst dann, wenn die Lage ganz kritisch wird, tritt der Bauhof der Stadt auf den Plan und tauscht die Poller aus oder versucht, sie wieder in die korrekte Stellung zu bringen.

„Man kann zu den Pollern verschiedene Meinungen haben“, erklärt der Vertreter des Bürgermeisters, Jens Kuraschinski. Fakt sei, dass sich der Rat vor über zehn Jahren für die Pollerlösung entschieden habe. „An einigen Stellen sind sie ja auch berechtigt“, meint Kuraschinski. Zum Beispiel dort, wo Straßenlaternen und der Fußweg geschützt werden. Während sich die Schäden anden Metallpollern in Grenzen halten, weil sie einfach umgebogen werden, gibt es bei den Granitpollern an den Seitenstraßen deutlich mehr Probleme. „Wir haben es ab und zu, dass Laster in den engen Straßen die Poller komplett rausreißen“, sagt Kuraschinski. „Das führt zu größeren Schäden, auf denen die Stadt meistens sitzen bleibt.“ Außerdem mache ein Unfall viel Arbeit für den Bauhof, weil oft auch das Pflaster in Mitleidenschaft gezogen werde. „Der Verursacher hinterlässt ja ohnehin in der Regel keinen Zettel mit seiner Anschrift“, so Kuraschinski.

Der Wildeshauser Bürger Christian Hannig beobachtet das Geschehen beispielsweise an der Huntestraße fast schon amüsiert: „Dass unter den gegebenen räumlichen Bedingungen diagonales Parken den Verkehr behindert, dafür bedarf es hier keines Gutachtens mehr“, sagt er. „Die Folgen sind Autoabgase für die Passanten und tägliche Stausituationen. So, als ahnten Autofahrer, dass nach dem Einparken das Heck ihres Wagens in den Verkehrsraum ragt, versuchen sie, möglichst nahe an die Poller heranzufahren. Die Folgen sieht man quer durch Wildeshausen.“

Seiner Ansicht nach müsse man in Deutschland lange suchen, bis man eine Stadt findet, die Autofahrern so viel zentrumsnahe Parkmöglichkeiten anbietet. „Welche Parkplatzlage man auch für eine Zeitmessung heranzieht: selten sind es mehr als ein bis zwei Minuten Fußweg, bis zur Geschäftsstraße“, so Hannig, der in der Schieflage der Poller symbolisch eine mentale Schieflage bei den Planern dieser Abgrenzungen sieht. · dr

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