Premiere des Stücks „Gode Landluft gifft dorto“

Zwielichtige Gestalten amüsieren das Publikum

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Mindestens einmal am Tag muss die freche Magd Adeline einen Heiratsantrag des trotteligen Knechts Paul abweisen.

Düngstrup - Von Anja Nosthoff. „Gode Landluft gifft dorto“ – ob dieses Konzept von Bäuerin Selma Achterpichel (Ulla Debbeler) für ihre neue Bauernhof-Pension aufgeht? Die Zuschauer des plattdeutschen Theaterstücks, das die Speelkoppel des Heimatvereins Düngstrup am Samstagabend im Gasthaus Schönherr auf die Bühne brachte, durften berechtigte Zweifel hegen – und beobachteten amüsiert, welch zwielichtige Gestalten sich bald auf Selmas Hof tummelten.

Für Knecht Paul (Werner Hagelmann) und Magd Adeline (Ina Depken), die ihr bisheriges geruhsames Leben liebten, zogen plötzlich andere Zeiten auf – und auch Kripobeamtin Karin Urlaub (Silke Stolle) bekam alle Hände voll zu tun. Bald schon wandelte sich der Hof zum Schauplatz kurioser Verbrecherjagden.

„Verdächtige“ gab es von Anfang an genug. Zur Freude der Zuschauer hatten sogar „die Guten“ ihre Schattenseiten vorzuweisen. So musste die freche, aber liebenswerte Magd mindestens einmal am Tag einen Heiratsantrag vom trotteligen Knecht Paul abweisen, der hinter jedem Rock her war. Nicht viel besser stand es da mit Nachbar und Postbote Jeremias Hinkel (Kurt Hagelmann), der nach eigenen Angaben „ständig auf der Suche“ war, aber ein ganz besonderes Augenmerk darauf legte, was die Angebetete denn finanziell in die Ehe einbringen könnte.

Dabei wusste Postbote Hinkel auf unerklärliche Weise bis ins kleinste Detail über die Affäre einer Nachbarin Bescheid. Dem Vergehen gegen das Postgeheimnis zum Trotz wusste Bäuerin Selma es zu schätzen, ständig über den neuesten Klatsch informiert zu sein, weswegen sie ihn um keinen Preis bei Beamtin Urlaub anschwärzen würde. Viel interessanter waren die ersten Pensionsgäste, die sich bald einstellten. Ob vertrauenswürdig oder nicht schien fraglich: War die Kutte von Schwester Leopoldine echt oder nur ein Kostüm?

Und dann war da noch der angeberische reiche Schrotthändler Balduin Klawitter (Dirk Depken) mit seiner geldgierigen Lebensgefährtin Constanze (Beate Meyenburg), die sich eigentlich viel zu fein für einen Landurlaub war. Was hatte das Paar ausgerechnet hierher verschlagen? Von Anfang an suspekt schien Knecht Paul der Gast mit Riesenschnurrbart, der sich als Professor Knut Knudsen (Erich Meyer) vorstellte. 

Nur Magd Adeline ließ sich von seinen zwei angeblichen Doktortiteln blenden. Die stellten sich zwar hinterher als Schwindel heraus – aber schließlich wendete sich zumindest für Adeline doch noch alles zum Guten. Denn glücklicherweise gibt es noch einen jungen Tierarzt (Marc Depken), der sich in die Magd verguckt hatte. Und dieser darf tatsächlich und vollkommen zurecht einen „Doktor“-Titel vor seinem Namen tragen.

Bäuerin Selma dagegen erlebte mit ihren Gästen einige böse Überraschungen – obwohl die Pensionswirtin auch selbst nicht ganz ohne war. Zwar deklariert sie in ihrer Werbung die „gute Landluft“ für inklusive, will dann aber eben dafür doch noch einen Aufschlag berechnen.

Für das dauerhafte Lachmuskeltraining mussten die Gäste der Theaterpremiere jedenfalls keinen Aufschlag bezahlen. Die drei Akte des plattdeutschen Schwanks von Wilfried Reinehr (plattdeutsch von Heino Buerhoop) sorgten durchweg für Begeisterung. Zwischendurch gab es Stärkungen vom Adventsbüfett.

Zur Premiere hatten der Vorsitzende des Heimatvereins, Hergen Stolle, sowie Speelbaas und Regisseur Uwe Meyenburg die Gäste begrüßt. Die Tickets für vier Januarvorstellungen sind schon jetzt komplett an den Mann gebracht. „Bereits nach dem ersten Tag des Vorverkaufs waren 720 Karten weg. Das ist ein Rekord“, informierte Stolle.

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